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Internet zu langsam: Dieses Tool sagt, wie viel Sie weniger zahlen müssen

03.06.2022 | 10:30 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ihr Internetanschluss ist zu langsam? Ein neues Gratis-Tool der Verbraucherschützer berechnet den genauen Minderungsbetrag und erstellt sogar das Schreiben an Ihren Anbieter.

Seit Dezember 2021 können Internetnutzer grundsätzlich ihre Zahlungen an den Internet-Provider kürzen, wenn der Internetzugang langsamer als vertraglich zugesichert ist. Doch in der Praxis erweist es sich laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen als schwierig, die gesetzlich zustehende Reduzierung tatsächlich zu bekommen. Die Internet-Provider würden die Zahlungen oft weniger stark kürzen, als es eigentlich der Rechtslage entspricht.

Schritt 1: Messtool der Bundesnetzagentur ist Voraussetzung

Zwar könnten Nutzer bereits mit dem Messtool der Bundesnetzagentur die tatsächliche Geschwindigkeit ihrer Internetverbindung ermitteln. Doch das Tool der Bundesnetzagentur berechnet eben nicht die daraus resultierende Minderungshöhe. Die Internet-Provider versuchen dann die Nutzer mit viel zu niedrigen Beträgen abzuspeisen, wie die Verbraucherschützer schreiben . Die Verbraucherzentrale nennt folgendes Beispiel: "In Lüdenscheid wandte sich beispielsweise ein Verbraucher mit dem offiziellen Messprotokoll an seinen Internetanbieter, der ihm eine Minderung von 2,50 Euro pro Monat anbot. Die Prüfung durch die Verbraucherzentrale ergab hingegen einen Minderungsanspruch von 13 Euro pro Monat." Und weiter: "Anbieter versuchen durch eigenwillige Interpretationen die Minderungsansprüche zu senken, in vielen Fällen werden die festgelegten Beträge aber auch gar nicht begründet."

Schritt 2: neues Gratis-Tool der Verbraucherzentrale NRW

Deshalb hat die Verbraucherzentrale NRW einen Online-Rechner veröffentlicht, der einen konkreten Minderungsbetrag auf Basis Ihrer Messdaten und Ihrer Vertragsdetails nennt.

Hier geht es zu diesem kostenlosen Online-Tool der Verbraucherzentrale NRW zur Berechnung der Minderungsansprüche.

Die Verbraucherschützer beschreiben dessen Vorgehensweise folgendermaßen: "Mithilfe des Online-Rechners der Verbraucherzentrale NRW erhalten Verbraucher nun ein Anschreiben, das einen konkreten Minderungsbetrag auf Basis ihrer Messdaten und ihren Vertragsdetails nennt. Sie können mithilfe des Anschreibens entweder eine Minderung des monatlichen Betrags fordern oder dem Anbieter eine Frist zur Bereitstellung der vertraglich vereinbarten Leistung setzen. Erfüllt der Anbieter diese auch nach einer Fristsetzung nicht, können Verbraucher ihren Vertrag außerordentlich kündigen."

Wichtig: Voraussetzung zur Nutzung des Online-Rechners ist ein signiertes PDF Messprotokoll des oben unter "Schritt 1" erwähnten Programms, das Sie von der Bundesnetzagentur unter www.breitbandmessung.de/desktop-app herunterladen können. Sie benötigen also zunächst die Breitbandmessung-Desktop-App der Bundesnetzagentu r und füttern mit deren Daten dann den Onlinerechner der Verbraucherschützer. Dieser erstellt dann gleich das Anschreiben, das Sie Ihrem Internet-Provider schicken können.

Beachten Sie aber unbedingt die "Hinweise zur Bedienung", die die Verbraucherschützer zu dem Tool geben.

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