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Intel stellt Xe HPG GPU-Architektur und Xe Super Sampling offiziell vor

19.08.2021 | 15:00 Uhr | Sebastian Schenzinger

Intel beim Architecture Day 2021 weitere Details zu den Desktop-Grafikkarten Intel Arc alias Alchemist verraten. So soll sich die GPU aus bis zu acht Slices zusammensetzen, Raytracing unterstützen als auch eine eigene Super Samping Funktion namens Xe SS mit sich bringen.

Intel hat in den letzten Wochen häppchenweise Informationen zu  neuen Fertigungsverfahren (zu unserem Artikel)  sowie der neuen Grafikkartensparte  Intel Arc (zu unserem Artikel)  bekannt gegeben. Im Zuge des jährlich stattfindenden  Intel Architecture Day (zu unserem Beitrag von 2020) haben wir weitere umfangreiche Informationen nicht nur zu Intels Roadmap und den Architekturen sondern auch zu spannenden neuen Produkten aus dem CPU, Server und GPU-Segment erhalten. Dazu zählt Intels Xe HPG Grafikarchitektur, die unter dem Namen Intel Arc den Einstieg des Herstellers in den diskreten Grafikmarkt markieren soll.

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Intel Arc - Alchemist SoC mit Upscaling Funktion

Der Alchemist SoC, Intels erste GPU unter dem Arc Branding, basiert auf der X e HPG Architektur. Um die bestmögliche Leistung der dedizierten Grafikkarten abzurufen, sind natürlich entsprechende Treiber notwendig. Intel verspricht hierfür eine neue moderne Benutzeroberfläche mit Funktionen zum Streaming, Übertaktungsfunktionen und Optimierungen für die installierten Spiele. Hierfür arbeitet Intel mit den Herstellern der bekanntesten APIs wie DirectX 12 Ultimate und Vulkan, als auch den Spiel-Engines Unreal und Unity eng zusammen. Hinzu kommt der Support von Mesh Shadern, Sampler Feedback und Raytracing. Außerdem will Intel eine eigene Super Sampling Funktion einführen, die auf eine künstliche Intelligenz zurückgreifen kann und damit in die Fußstapfen von Nvidia treten.

AMD hat kürzlich mit FidelityFX Super Resolution (zum Artikel)  seine eigene Upscaling-Funktion vorgestellt, die jedoch im Gegensatz zur Konkurrenz nur auf ein räumliches Upscaling und kein temporales Upscaling mittels Bewegungsvektoren und AI setzt. Intels Ansatz läuft unter dem Namen X e Super Sampling und gleicht dem Ansatz von Nvidia durch die Berücksichtigung von temporalen Bildinformationen und dem Einsatz eines neuronalen Netzwerks. Im Zuge der Präsentation durften wir ein kurzes Demovideo von X e SS im Vergleich zur nativen 1080p und 2160p Auflösung sehen. 

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Im Vergleich zur nativen Full-HD Auflösung liefert das Upscaling ein deutlich schärferes Bild mit höherem Detailgrad, kommt unserem Eindruck nach jedoch nicht an native UHD-Auflösung heran.  Dafür sollen sich die erreichten FPS-Werte in etwa verdoppeln. Allerdings sind uns während der Demo Artefakte und teils unscharfe Kanten aufgefallen, die Erinnerungen an die erste Generation von Nvidias Deep Learning Super Sampling hochkommen lassen. Hier sorgte erst das Update auf DLSS 2.0 für eine Ausmerzung nahezu aller Bildfehler und eine Bildqualität die nahe an die native Auflösung herankommt. Die entsprechende X e SS SDK soll für Spieleentwickler noch in diesem Monat zur Implementierung erhältlich sein. 

Der X e-Core im Detail

Ein X e Core selbst setzt sich aus 16 Vektor-Engines à 256 bit und 16 Matrix-Engines mit jeweils 1024 bit zusammen. Das sogenannte X e HPG Render Slice besteht wiederum aus vier solchen X e -Cores. Dazu gesellen sich vier Raytracing Einheiten zur Strahlenberechnung in Echtzeit. Oben drauf kommen noch vier Sampler Blöcke für die Texturen, ein Block mit den Geometrie-Einheiten und ein Block mit den Einheiten für die Rasterisierung. X e HPG, also der Grafikchip selbst, baut sich wiederum aus bis zu acht Render Slices auf. Zur Kommunikation zwischen den Slices dient die Memory Fabric mit geteiltem L2-Cache. Laut Intel soll sich der Takt von X e HPG im Vergleich zu X e LP bei gleicher Spannung um 50 Prozent erhöhen. Das gleiche gilt auch für den Performance-pro-Watt-Vergleich, hier soll sich die Leistung ebenso um 50 Prozent erhöhen. 

Für die Herstellung der Grafikchips setzt Intel tatsächlich nicht auf seine eigene Fertigung, sondern auf TSMCs N6 Node. Die ersten Intel Arc Grafikkarten alias Alchemist sollen im ersten Quartal 2022 auf den Markt kommen. Alchemist soll zunächst die X e2 HPG Architektur alias Battlemage und anschließend X e3 HPG alias Celestial nachfolgen Den Abschuss der Roadmap bildet die X e Next-Architecture mit dem Codenamen Druid.

Zur Leistung gibt Intel leider keine Informationen Preis, ersten Leaks zur Folge, soll das Top-Modell jedoch in etwa das Leistungsniveau einer RTX 3070 (zu unserem Testbericht)  respektive RTX 3070 Ti (zu unserem Testbericht)  erreichen können. 

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