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Intel stellt eigene GPU-Sparte Arc offiziell vor: Konkurrenz für AMD und Nvidia

16.08.2021 | 17:20 Uhr | Sebastian Schenzinger

Es ist schon lange bekannt, dass Intel in den Grafikkartenmarkt einsteigen und mit AMD und Nvidia konkurrieren will. Heute stellt Intel den Namen der Produktsparte vor und nennt eine erste Roadmap für die kommenden GPUs.

Mit der Iris Xe AIC (Add-in Card) hat Intel am 26. Januar seine erste dedizierte GPU seit 1998 veröffentlicht ( zu unserem Artikel ). Die DG1 getaufte Grafikkarte ist leistungsmäßig jedoch nicht in der Lage mit den Modellen von AMD und Nvidia zu konkurrieren, weshalb sie auch nur in Office-PCs zum Einsatz kommt. In gewisser Weise darf die Iris Xe als Testlauf für die kommende Grafikkarten-Generation gesehen werden, die Intel heute offiziell vorgestellt hat. Intel Arc (zur Herstellerseite)  so lautet die offizielle Herstellerbezeichnung für die neue Grafikkartensparte, die mit AMD Radeon und Nvidia GeForce konkurrieren soll.

Release bereits Anfang 2022

Unter der Marke Arc will Intel nicht nur Hardware und Software, sondern auch nicht näher spezifizierte Dienstleistungen anbieten. Die ersten Intel Arc Grafkikarten für das Mobilsegment als auch den Desktop-Bereich sollen laut Ankündigung bereits im ersten Quartal 2022 erscheinen. Diese erste Generation läuft unter dem Codenamen "Alchemist" - ehemals Intel DG2 - und basiert auf der Xe HPG-Architektur. Damit ändert Intel nicht nur sein Naming der Fertigungsprozesse (zum Artikel) , sondern auch bei den Grafikkarten. Die Namen der nach Alchemist folgenden Generationen hat Intel ebenso bereits enthüllt: "Battlemage", "Celestial" und "Druid". Kurzum alles Namen, die wir aus dem ein oder anderen Computerspiel kennen in alphabetischer Reihenfolge, da kommen Erinnerungen an Android hoch. 

Es folgt ein Zitat von Intel Vizepräsident Roger Chandler: "Der heutige Tag markiert ein Schlüsselereignis in unserer Grafikkarten-Historie, die erst vor ein paar Jahren begonnen hat. Die Vorstellung der Marke Intel Arc als auch die Enthüllung zukünftiger Hardware-Generationen verdeutlichen Intels Streben und kontinuierliches Engagement für Gamer und Entwickler auf der ganzen Welt. Unsere Teams leisten eine unglaubliche Arbeit, um sicherzustellen, dass wir eine erstklassige und reibungslose Erfahrung liefern, wenn diese Produkte Anfang nächsten Jahres verfügbar sein werden."

Das interessante an Intel Xe ist, dass es sich dabei um eine skalierbare Grafikarchitektur handelt, die zum Einsatz im Mobilsegment, vom Desktopbereich über die Serversparte bis hin zu Supercomputern geeignet ist. Bei der Xe HPG-Mikroarchitektur hebt Intel nicht nur die Skalierbarkeit, sondern auch die Effizienz und die Grafikfunktionen hervor. So soll Alchemist hardwareseitiges Raytracing und eine KI gesteuerte Super Sampling Funktion unterstützen. Damit wäre Intel AMD sogar voraus, das mit FidelityFX Super Resolution (zum Artikel) auf ein räumliches Upscaling ohne Bewegungsvektoren und ohne künstliche Intelligenz setzt. Zudem sollen die Grafikkarten volle Unterstützung für DirectX 12 Ultimate bieten. 

Was bedeutet das für den Markt?

Mehr Konkurrenz und ein größeres Angebot ist nicht nur für Gamer, sondern auch Kreativanwender auf jeden Fall wünschenswert. Nvidia hat bei der Veröffentlichung der RTX-2000-GPUs gezeigt, wohin die Preise gehen, wenn es im High-End-Segment quasi keine Konkurrenz gibt und man alleiniger Anbieter von Features wie Raytracing und DLSS ist. Da Nvidia in Kürze nicht mehr der einzige Anbieter einer künstlichen Intelligenz für Super Sampling sein wird, dürfte sich der Kampf um die beste Grafikkarte interessanter denn je gestalten. Wir sind auf jeden Fall mehr als gespannt, welche GPU Ende 2022 aus unserem Vergleich (zum Artikel)  als Testsieger und welche als Preis-Leistungs-Sieger hervorgehen wird.

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