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Intel kämpft um Apple: Fabriken für 20 Milliarden US-Dollar

24.03.2021 | 16:45 Uhr |

Mit dem Wechsel auf eigens entwickelte Chips verabschiedet sich Apple von Intel. Doch Intel gibt nicht kampflos auf und ergreift Maßnahmen.

Apple hat im letzten Jahr den großen Schritt vollzogen, eigene SoCs (System on an chip) für das Macbook, Macbook Pro und den Mac Mini zu entwickeln. Dass auch der iMac und letztendlich der Mac Pro auf die Apple-Silicon-Chips umgestellt werden, ist nur eine Frage der Zeit. Apple Silicon basiert auf der ARM-Technologie, während Intel traditionell auf die x86-Architektur setzt.

Dem Wechsel gingen lange Differenzen zwischen Intel und Apple voraus, denn Apple war mit der gebotenen Leistung und Energieeffizienz der Intel-CPUs nicht mehr zufrieden. Dass Millionen Mac-Geräte künftig nicht mehr mit Intel-Chips ausgeliefert werden, ist für den US-amerikanischen Hersteller natürlich eine große Einbuße.

Doch Intel reagiert und geht in die Offensive. Gestern hat das Unternehmen angekündigt, mit einer neuen Tochtergesellschaft und mehreren neuen Fabriken in Arizona die Halbleiter-Produktion auszubauen. Das berichtet Appleinsider. Das neue Unternehmen heißt Intel Foundry Services (IFS) und soll nicht nur x86-Chips herstellen, sondern auch Produktionskapazitäten für ARM-Chips bereitstellen. Laut Intels CEO Pat Gelsinger arbeite man bereits mit großen Unternehmen wie Amazon, IBM und Microsoft an dem Projekt. Das berichtet Engadget.

Dass in den Produktionsstätten auch ARM-Chips hergestellt werden sollen, legt nahe, dass auch Apple als potentieller Kunde noch nicht ausgeschlossen wurde. ARM-basierte Recheneinheiten lässt Apple traditionell bei TSMC herstellen, die sowohl in den USA, als auch in Asien zahlreiche Fabriken unterhalten. Diese Partnerschaft verläuft bereits seit Jahren sehr erfolgreich, es bleibt abzuwarten, ob Intel sich als interessanter Kandidat für eine Kooperation positionieren kann.

Intel scheint aber auf vergebenen Posten um Apples Gunst zu buhlen: Den ersten 7-nm-Chip Meteor Lake werde man erst in der zweiten Jahreshälfte finalisieren, vor 2023 wird er kaum in Computern Verwendung finden. TSMC hingegen produziert schon heute Apple-Silicon im 5-Nanometer-Verfahren, 2023 könnte der Fertiger aus Taiwan bereits erste 3-Nanomter-Chips für iPhone, iPad und Mac liefern.

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