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Intel Sockel 1200: Die Comet Lake-S Chipsätze Z490, H470 und B460 im Detail

08.05.2020 | 15:02 Uhr | Sebastian Schenzinger

Intel stellt zusammen mit den 32 Comet Lake-S Prozessoren den neuen Sockel 1200 vor. Für die CPUs sind zwingend Mainboards mit den Chipsätze Z490, H470, B460 und H410 notwendig. Wir stellen die Chipsätze im Detail vor und vergleichen sie mit den entsprechenden Vorgängern.

Ab dem 20. Mai 2020 sind die  Intel Comet Lake-S Prozessoren  der 10. Core-Generation erhältlich. Zur Verwendung der CPUs ist zwingend ein neues Mainboard mit dem Sockel 1200 erforderlich. Direkt zum Marktstart sind zunächst nur Hauptplatinen mit dem Chipsatz Z490 verfügbar - H470, B460 und H410 folgen dann eine Woche später ab dem 27. Mai 2020. Wir stellen in diesem Artikel die neuen Chipsätze im Detail vor und gehen auf die Unterschiede im Vergleich zum jeweiligen Vorgänger ein.

49 zusätzliche Pins und ein geändertes Package-Design

Die Unterschiede zwischen Sockel 1200 und Sockel 1151 v2 beginnen bereits beim Äußeren. So sind die Nasen, welche die CPU im Sockel arretieren an unterschiedlichen Stellen platziert. Dadurch verhindert Intel mechanisch, dass sich irrtümlich ein Prozessor der 9. oder 8. Core-Generation auf einem Mainboard mit 400er-Chipsatz verbauen lässt. Ebensowenig können Sie Comet Lake-S Prozessoren nicht in den Sockel 1151 v2 einsetzen. Zusätzlich stehen dem neuen Sockel - wie sich auch aus dem Namen ableiten lässt - 49 zusätzliche Pins zur Verfügung.

Die beste CPU 2020 im Benchmark

An dieser Stelle müssen wir uns kurz ins Reich der Spekulationen begeben. Ursprünglichen Informationen zu Folge hat Intel geplant, dass die Comet Lake-S CPUs bereits PCIe 4.0 unterstützen sollten, die jetzt final vorgestellten Prozessoren setzen jedoch nach wie vor auf PCIe 3.0. Ganz im Gegensatz dazu bewerben Mainboard-Hersteller wie ASUS oder Gigabyte ihre neuen Z490-Modelle explizit mit dem Slogan "PCIe 4.0 ready". Im Kleingedruckten stoßen wir dann auf den Zusatz, dass hierfür ein entsprechender Prozessor mit PCIe 4.0 Support Voraussetzung ist. Zwei logische Schlussfolgerungen: 

Erstens, Intel wollte die Comet Lake-S Prozessoren ursprünglich tatsächlich mit PCIe 4.0 ausstatten und hat dies so an die Board-Partner kommuniziert, die dann ihre Mainboards entsprechend designt haben. Die zweite Möglichkeit: Die Boards mit 400er-Chipsatz sollen bereits kompatibel zur 11. Core-Generation - Codename Rocket Lake-S sein, die dann endlich PCIe-4.0-Support mitbringt. Eine entsprechende Nachfrage diesbezüglich hat der Sprecher von Intel jedoch abgeblockt. Eine ganz andere Erklärung für die zusätzlichen 49 Pins wäre die Stromversorgung der CPU. Da das Power-Limit (PL2) der Comet Lake-S Prozessoren bei bis zu 250 Watt liegt und beim extremen Overclocking auf bis zu 500 Watt klettern kann, wäre dies auf jeden Fall nicht abwegig.

Gaming-PCs mit der besten Preis-Leistung

An der Größe des Sockels ändert sich währenddessen nichts. Die Außenmaße betragen nach wie vor 37,5 mm x 37,5 mm. Auch an den Lochabständen für die Befestigung eines Kühlers hat sich nichts geändert. Dementsprechend sollten Sie nahezu alle CPU-Kühler, welche mit dem Sockel 1151v2 kompatibel sind, auch für den Sockel 1200 verwenden können. Genauere Informationen können Sie auf den Support-Seiten der jeweiligen Kühler-Hersteller finden.

Z490 vs Z390: nahezu kein Mehrwert

Besitzer eines Z390 Mainboards, die mit dem Gedanken gespielt haben, auf Comet Lake-S aufzurüsten, müssen jetzt einem großen Ärgernis ins Auge sehen. Es ist zwingend ein neues Mainboard nötig, welches allerdings keine bahnbrechenden Neuerungen mit sich bringt. Weder an der Anzahl der maximal unterstützen PCIe-Lanes (24), noch an den maximal supporteten USB-Ports (14) oder den SATA-Anschlüssen (6) hat sich irgendetwas geändert. Auch der USB-Standard bleibt nach wie vor bei USB 3.2 Gen 2 mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 10 Gbps für 6 USB-Anschlüsse. 

Intel Z390 und Z490 als Blockdiagramm zum Vergleich
Vergrößern Intel Z390 und Z490 als Blockdiagramm zum Vergleich
© Intel

Die offiziell unterstütze RAM-Geschwindigkeit erhöht sich immerhin von 2666 MHz auf 2933 MHz, allerdings dürfte die absolute Mehrheit der Anwender mit einem Z-Mainboard den Arbeitsspeicher sowieso über XMP-Profile mit höheren Taktraten betreiben. Die größte Neuerung stellt also der Support des neuen Netzwerkstandards Wi-Fi 6 AX201 und der 2,5-Gigabit-Ethernet-Anschluss dar. In beiden Fällen ist allerdings nach wie vor ein zusätzlicher Controller nötig und es ist den Mainboard-Herstellern überlassen, diesen zu implementieren - das war auch schon mit den 300er-Chipsätzen möglich. Wie gehabt ist Z490 der einzige Chipsatz für Sockel 1200, welcher das Übertakten einer CPU mit freigeschaltetem Multiplikator zulässt.

H470 vs H370: kleines Downgrade im Vergleich zum Vorgänger

Beim H470-Chipsatz lassen sich die gleichen Neuerungen aufzählen: Wi-Fi 6, 2,5-Gigabit-Ethernet und eine offizielle RAM-Geschwindigkeit von bis zu 2933 MHz. Ansonsten bleibt im Vergleich zum Vorgänger nahezu alles beim Alten, das bedeutet 20 PCIe-3.0-Lanes, 14 USB-Anschlüsse und sechs SATA-Ports. Intel führt sogar ein kleines Downgrade durch: H470 bietet nämlich nur noch vier USB-Ports mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 10 Gbps, beim Vorgänger waren es noch sechs.

Intel H370 und H470 als Blockdiagramm zum Vergleich
Vergrößern Intel H370 und H470 als Blockdiagramm zum Vergleich
© Intel

B460 vs B360: mehr PCIe-Lanes, allerdings ohne USB 3.2 Gen 2

Der B460-Chipsatz unterscheidet sich dagegen von seinem Vorgänger deutlich mehr. Wie auch seine großen Brüder bietet er Wi-Fi 6, 2,5-Gigabit-Ethernet und einen RAM-Takt von bis zu 2933 MHz. Obendrauf erhöht sich die Anzahl der vom Chipsatz zur Verfügung gestellten PCIe-3.0-Lanes auf 16. Soweit so gut, im gleichen Zug entfernt Intel allerdings die ehemals verfügbaren vier USB 3.2 Gen 2 Ports. Die USB-Anschlüsse von B460 können also maximal mit einer Geschwindigkeit von 5 Gbps übertragen. Dieser Schritt ist für uns nicht wirklich nachvollziehbar, hat aber vermutlich mit einer größeren Abstufung des eigenen Portfolios und Kosteneinsparungen zu tun.

Intel B360 und B460 als Blockdiagramm zum Vergleich
Vergrößern Intel B360 und B460 als Blockdiagramm zum Vergleich
© Intel

Weitere Chipsätze zu erwarten: H410 und Nachfolger für Q370

Wohingegen Intel mit H410 den offiziellen Nachfolger für H310 bereits angekündigt hat, gibt es noch keinerlei Informationen zu einem Erbfolger für Q370. Ebensowenig können wir auf die Änderungen zwischen H410 und H310 eingehen, da Intel hier keine Blockdiagramme zur Verfügung gestellt hat. Sobald mehr Informationen vorhanden sind, werden wir diese im Artikel noch ergänzen.

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