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Innosilicon "Fantasy One" GPU vorgestellt - Konkurrenz für AMD, Nvidia und Intel?

07.01.2022 | 12:35 Uhr | Sebastian Schenzinger

Mit Innosilicon betritt ein weiterer Player den Grafikkartenmarkt. Im Zuge der "Fantasy One GPU Product Press Conference" hat der chinesische Hersteller Ende November seine erste diskrete GPU vorgestellt. Bedeutet das Konkurrenz für AMD, Nvidia und Intel?

Innosilicon hat im Zuge der hauseigenen Veranstaltung "Fantasy One GPU Product Press Conference" Ende November die Grafikeinheit Imagination Graphics IP – konkret BXT - vorgestellt. Diese soll als Grundlage für zunächst vier Produkte auf Basis der Fantasy One GPU dienen, wobei nicht nur von Single-GPUs, sondern auch von Dual-GPUs die Rede ist. Das könnte den Grafikkartenmarkt 2022 ordentlich aufmischen, wenn mit Intel und der Arc-Grafikkartenserie (zum Artikel)  sowie mit Innosilicon und den Fantasy One GPUs gleich zwei neue Player die Spielfläche betreten. Wir haben alle bisher veröffentlichten Informationen für Sie zusammengefasst.

Vier Fantasy One GPUs

Innosilicion hat zunächst vier unterschiedliche Grafikkarten vorgestellt, wobei nicht alle für den Consumer-Markt konzipiert sind. Bei Type A handelt es sich um eine Single-GPU für das Consumer- und Workstation-Segment. Interessant ist, dass sich die GPU aus einem Multi-Chip-Design aufbaut. Das ist der gleiche Ansatz, welchen AMD den Gerüchten zur Folge für Radeon RX 7000 GPUs (zum Artikel) wählen dürfte. Gemäß den bisher bekannten Daten soll diese Fantasy One GPU auf eine FP32-Rechenleistung von rund 5 TFLOPs und eine Pixelfüllrate von 160 GPix/s kommen. Das entspräche in etwa der Performance einer Nvidia GeForce GTX 1660 (5,3 TFLOPs und 91 GPix/s) respektive einer AMD Radeon RX 5500 XT (5,2 TFLOPs und 45 GPix/s). 

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Die Speicherausstattung ist aus vielerlei Hinsicht interessant. Hier ist nämlich die Rede von bis zu 16 GB GDDR6(X) VRAM, welcher an einem 128-Bit-Speicherinterface angebunden ist. Die GTX 1660 bietet im Vergleich dazu 6 GB VRAM und die RX 5500 XT gibt es wahlweise mit 4 oder mit 8 GB Videospeicher. Für eine Einsteigergrafiklösung ist die Menge des Videospeichers dementsprechend wirklich üppig. Das Speicherinterface ist wiederum mit 128-bit recht klein und könnte zum Nadelöhr werden. Dafür gibt es volle Geschwindigkeit beim Videospeicher mit bis zu 19 Gbps . So hohe Taktraten waren bisher Nvidia mit dem GDDR6X Speicher von Micron vorbehalten. Innosilicon, welches bisher vor allem durch seine Speicherlösungen bekannt war, setzt auf eine eigens entwickelte Lösung. Daraus resultiert eine maximale Bandbreite von bis zu 304 GB/s

Als Anschlüsse stehen DisplayPort 1.4, HDMI 2.1 und kurioserweise VGA zur Verfügung. Einen VGA-Anschluss haben wir seit vielen Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen, weder bei AMD noch bei Nvidia. Gemäß den Produktbildern soll es wohl zwei unterschiedliche Type A Fantasy One Grafikkarten geben. Die kleinere Lösung setzt auf einen Single-Slot-Kühler mit kleinem Radiallüfter und die größere Ausführung auf einen Dual-Slot-Kühler mit zwei Axial-Lüftern. Die beiden kleineren Grafikkarten sollen mit einem 6-Pin-Stromanschluss ausgestattet sein, Angaben zur Leistungsaufnahme gibt es jedoch nicht. 

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Von Type B  soll es wiederum auch zwei Varianten geben - ein Dual-Slot Modell mit drei Lüftern und eine lüfterlose Variante, beide jeweils mit zwei 8-Pin-Stromanschlüssen. Hierbei handelt es sich um eine Dual-GPU mit zwei Fantasy One Grafikeinheiten, welche über ein Interface namens Innolink verbunden sind. Gemäß den technischen Daten handelt es sich dabei schlichtweg um eine Verdopplung von Type A. Konkret soll die Grafikkarte bis zu 10 TFLOPS FP32-Rechenleistung bieten und eine Pixelfüllrate von 320 GPix/s . Innosilicon gibt an, dass die GPU in der Lage ist, 32 1080p/60FPS Streams respektive 64 720p/30FPS Streams simultan zu berechnen. Verdoppelt hat sich auch der Videospeicher auf bis zu 32 GB GDDR6(X) VRAM. Alle GPUs verfügen über eine PCIe 4.0 x16 Schnittstelle.

Des Weiteren gibt Innosilicon an, dass die GPUs viele Grafik-APIs unterstützen wie OpenGL, OpenGL ES, OpenCL, Vulkan und DirectX. Das ist wichtig, wenn der Hersteller mit seinen Produkten auch Gamer ansprechen will. Im Zuge der Vorstellung war eine Demo der neuen Grafikkarten mit dem Benchmark Unigine Heaven zu sehen, leider gibt es jedoch keine Informationen zu dem Grafik-Score. Der Hersteller hat indes bekannt gegeben, dass bereits an den Fantasy 2 und 3 GPUs gearbeitet wird, welche nächstes Jahr vorgestellt und auf ein 5-nm-Fertigungsverfahren zurückgreifen sollen. Der Fertigungsprozess der Fantasy One GPUs ist dagegen leider nicht bekannt. 

Quelle: VideoCardz

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