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Innenminister wollen Zugriff auf Alexa, Google Assistant, Siri (Update)

06.06.2019 | 08:59 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die deutschen Sicherheitsbehörden wollen laut einem Medienbericht Zugriff auf alle im Smart Home anfallenden Daten. Update: Das sagt Amazon.

Update 6.6.2019: Amazon hat eine Stellungnahme zur Beschlussvorlage Schleswig-Holsteins für die Innenministerkonferenz zur „Nutzung digitaler Spuren“ (siehe unten) in der Verbrechensbekämpfung veröffentlicht. Darin schreibt Amazon: „Wir geben keine Kundendaten an Behörden weiter, ohne dass uns eine gültige, rechtlich verbindliche Anordnung dazu verpflichtet. Zu weit gefasste oder sonst unangemessene Anforderungen weisen wir zurück.“

Amazon will für deutschsprachige Nutzer zudem die Möglichkeit erleichtern, alle Aufzeichnungen eines Tages löschen zu lassen. Dafür sollen die Sprachbefehle “Alexa, lösche, was ich gerade gesagt habe” und “Alexa, lösche alles, was ich heute gesagt habe” freigeschaltet werden. Diese Funktion steht Amazon zufolge in den USA bereits zur Verfügung. Update Ende

Erst das kommende 5G-Netz, jetzt Alexa, Google Assistant, Siri und das ganze Smart Home – die deutschen Sicherheitsbehörden wollen laut einem Medienbericht Zugriff auf die Sprachaufzeichnungen moderner Sprachassistenten und auf alle anderen im smarten Zuhause anfallenden Daten. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Demnach wollen die Innenminister der Länder die Sprachaufzeichnungen der smarten Speaker sowie die digitalen Daten von smarten Fernsehern oder Kühlschränken als Beweismittel vor Gericht verwenden. Das soll laut RND in einer Beschlussvorlage des Bundeslandes Schleswig-Holstein für die Innenministerkonferenz (IMK) stehen. Die Sicherheitsbehörden sollen künftig das Recht bekommen, die „digitalen Spuren“ sichten und auswerten zu dürfen. Die Innenstaatssekretäre von Union und SPD unterstützen laut dem RND-Bericht den Antrag Schleswig-Holsteins.

Letztendlich geht es darum, alle digitalen Aufzeichnungen von allen Geräten aus dem Smart Home, die mit dem Internet verbunden sind, für polizeiliche Zwecke auswerten zu dürfen. Voraussetzung für den Zugriff auf die Daten soll aber ein richterlicher Beschluss sein.

Die Innenminister beraten über das Vorhaben auf der nächsten Innenministerkonferenz von 12. bis 14. Juni 2019 in Kiel.

Im Smart Home fallen in der Tat Unmengen von persönlichen Daten an. Smarte Heizkörperthermostate wie Tado werten sogar die Bewegungsdaten der Nutzer aus. Für die Polizei dürfte das ein Riesenschatz sein.

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