64878

Im Bann gefangen

23.11.2007 | 08:55 Uhr |

Besonders Massively Multiplayer Online Role Playing Games (kurz MMORPGs) wie "World of Warcraft", sind in den vergangenen Jahren zu einem weltweiten Phänomen geworden.

Die Online-Rollenspiele haben einen weit stärkeren Einfluss auf die Spieler als reine Offline-Spiele. Die Online-Komponente führt meist dazu, dass die Spieler insgesamt mehr Zeit mit dem Spiel verbringen. Internationale Studien bestätigen, dass rund zehn Prozent der Internet-Nutzer suchtgefährdet sind.

Nach Meinung des Psychologen Thomas Hintz ist die Sucht nach dem Internet in erster Linie ein Jugendproblem. "Betroffen sind vor allem junge Leute zwischen 14 und 20 Jahren. Es geht dabei zum Beispiel um Spiele, Chats oder das Spielen mit der eigenen Identität in einer virtuellen Welt." Als Krankheitsbild anerkannt ist eine Online-Sucht in Deutschland jedoch nicht.

Bigpoint-Geschäftsführer Heiko Hubertz sieht im Zahlungsverhalten seiner User keinerlei Suchtverhalten: "Von Sucht will ich auf keinen Fall sprechen. Die Bezahlhumanismen sind vergleichbar zu anderen Online-Spielen. Wir reden hier von einem Browser-Game, welches ich eher als Casual-Game bezeichnen würde, wo man zwischendurch mal zum Spielen reingehen kann."

Neben den neu eingeführten Drohnen bietet Bigpoint seinen Gamern im Spiel "Dark Orbit" auch spezielle, einzigartige Raumschiffe zum Kauf an. "Das ist ein klassisches, virtuelles Item-Verkaufsmodell, was auch in Asien oder Osteuropa so gefahren wird, um sich mit besonderen und einzigartigen Items darzustellen", sagt Heiko Hubertz und glaubt, dass sich die Spieler erst einmal daran gewöhnen müssen: "Der allgemeine Nutzer ist es nicht gewohnt, dass man sich einen Spielvorteil erkauft. Dieses virtuelle Güterprinzip ist recht neu, deshalb sehen wir oftmals noch einen hohen Erklärungsbedarf."

Die meisten Online-Rollenspiele sind kostenpflichtig. Den Spielern wird ein monatlicher Betrag vom Konto abgebucht, ohne diesen das Anmelden auf den Server gar nicht erst möglich ist.

Bigpoint bietet seinen Gamern in "Dark Orbit" ebenfalls ein kostenpflichtiges Paket an, das "quasi die notwendige Mindestausstattung für ambitionierte Spieler ist", bestätigt Dark-Orbit-Spieler Bernd B gegenüber der PC-WELT.

"Besonders für einen Einsteiger ist es mühsam Uridium zu sammeln und dabei nicht gleich von den schwerbewaffneten Altspielern weggeschossen zu werden."

Der Premium-Account ermöglicht dem Gamer eine kostenlose Wiederinstandsetzung nach einer Raumschiff-Zerstörung, die sonst jedes Mal 500 Uridium (20 Cent) kostet. Außerdem gibt Bigpoint Rabatte auf Uridium-Einkäufe und die Reparatur der Drohnen. Für zwölf Monate Mitgliedschaft müssen die Spieler 50 Euro berappen, für sechs Monate 30 Euro. Zum Vergleich: Wer einen solchen Premium-Account nicht besitzt, zahlt bei jeder Zerstörung seines Raumschiffs inklusive seiner maximal acht Drohnen einen Preis von 4500 Uridium (500 Uridium für das Raumschiff plus 500 Uridium pro Drohne).

Experten schätzen, dass Spielern in den meisten Online-Communities nur dann Respekt entgegengebracht wird, wenn sie einen starken Avatar besitzen. So ist es wenig verwunderlich, dass viele Spieler auf keinen Fall den Anschluss verpassen möchten. Eine Gruppen-Mitgliedschaft, wie sie in den meisten Online-Spielen eingegangen wird, bestärkt dieses Gefühl noch einmal.

Wie viele Spieler für Online-Spiele bezahlen ist nicht klar, Heiko Hubertz sagt jedoch, dass der größte Teil der Gamer in "Dark Orbit" keinen Cent investiert: "Mit den Zahlen können wir belegen, dass nur ein relativ kleiner Prozentsatz der User zahlt. Es ist also schon so, dass viele das Uridium einsammeln."

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
64878