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Ich hab's ja immer gewusst

04.09.2007 | 16:30 Uhr | Christian Löbering

"Und überhaupt ist der ganze Laden von Grund auf marode - aber auf mich hat ja keiner gehört."
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4. Sparen Sie sich Belehrungen. Auch wenn Sie wissen, wie man den alten Arbeitgeber rettet, sein Geschäftsmodell wieder auf Vordermann bringt und alle angestauten Probleme mit einem Handstreich löst, gehört das nicht mehr zu Ihren Aufgaben. Sie sind raus. Wenn der Ex-Chef auf Ihre Hilfe angewiesen ist, kann er Sie künftig als Berater engagieren. Das wird natürlich nicht passieren – weil man Sie bislang nie um Ihre Meinung gefragt hat und erst Recht nicht damit beginnt, sobald Sie woanders arbeiten. Vielleicht will das alte Unternehmen auch gar nicht gerettet werden – einigen Leuten gefällt es dort vielleicht?

Ein Spezialfall ist das Austrittsgespräch, das hierzulande inzwischen auch als Exit-Interview bezeichnet wird. Es gehört sich nicht, dass andere Personen – etwa aus der Personalabteilung – explizit von der erwiesenen Unfähigkeit Ihres Chefs oder der lieben Kollegen in Kenntnis gesetzt werden. Statt darauf herumzureiten, was alles schlecht war, sollten Sie sich im Exit-Interview darauf konzentrieren, die Vorteile des neuen Arbeitgebers herauszustellen. Damit sind indes "weiche Faktoren" für einen Wechsel gemeint, also nicht der permanente Verweis auf Dienstwagen, Aktienoptionen und Weiterbildungsangebote bei einer vom Betriebsrat kontrollierten 35-Stunden-Woche und kostenloser Bionade-Flatrate. Schlagen Sie die Personaler mit den eigenen Waffen und sprechen Sie von einer "neuen Herausforderung". Das klingt nicht gierig, sondern irgendwie ehrgeizig – Respekt!

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