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ID. Space Vizzion: VW zeigt E-Nachfolger des Passat Variant mit Apfelsaft-Resten

08.11.2019 | 15:33 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

VW zeigt in wenigen Tagen einen rein elektrisch angetriebenen Variant/Kombi, der langfristig den VW Passat Variant oder den Sharan ersetzen könnte. Das Auto wird teilweise mit „Reststoffen aus der Apfelsaftproduktion“ hergestellt.

So wie der ID.3 langfristig den Golf ersetzen soll, so könnte der ID. Space Vizzion der denkbare Nachfolger des Passat Variant werden. Dieses neueste Mitglied der ID.-Familie stellt Volkswagen am 19. November 2019 kurz vor der Los Angeles Auto Show (von 22.11. bis 1.12.2019) vor. Auf dieser Autoshow präsentiert Tesla übrigens auch seinen ersten Pickup.

Die Beschreibung von Volkswagen bezeichnet den ID. Space Vizzion natürlich nicht einfach nur als elektrischen Passat-Nachfolger oder als E-Nachfolger des Sharan. Stattdessen greift die Marketing-Abteilung des Wolfsburgers Konzerns tief in die Kiste mit den heute für Auto-Neuvorstellungen üblichen Satzbausteinen. Das liest sich dann so: „Der ID. Space Vizzion ist ein Variant von morgen, der die aerodynamischen Eigenschaften eines Gran Turismo mit den großzügigen Raumverhältnissen eines SUV verbindet.“ Denn laut VW soll der ID. Space Vizzion keiner der bekannten Fahrzeugkategorien entsprechen, sondern „ein neues, rein elektrisches Segment“ beginnen (also doch kein E-Nachfolger des Passat!?). Und natürlich ist der ID. Space Vizzion „ein Zero-Emission-Vehicle für eine neue Zeit, ein neues Denken und eine neue Mobilität“.

Echte Fakten verrät VW vor der offiziellen Vorstellung in Los Angeles dagegen nur wenige. Falls Sie also brauchbare Informationen zu Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Motorenanzahl (Dualmotor für Allrad?), Lade-Geschwindigkeit oder Kofferraumvolumen wissen wollen: vergebens. Vielleicht sind wir nach dem 19.11. ja schlauer.

Nur dass der ID. Space Vizzion wie alle ID.-Fahrzeuge auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) von Volkswagen basiert, ist bereits bekannt. Das ist aber keine Überraschung, sondern ja Sinn dieses Baukastens, dessen Batterie-Produktion übrigens heute offiziell gestartet ist. Immerhin: Zwei technische Details bringen die Wolfsburger dann doch noch in ihrem Marketing-Text unter. Zunächst das weniger spannende: „Besonders prägnant sind die vom Fahrtwind durchströmte und dadurch aerodynamisch optimal gestaltete Front- und Dachpartie“. Und dann die wichtigste Aussage im gesamten VW-Text überhaupt: es sollen Reichweiten von bis zu 590 Kilometer (WLTP) möglich sein. Zwar nur in der Theorie, aber immerhin sind 590 Kilometer nach WLTP schon mal eine Ansage.

Zum Innenraum verrät VW, dass die „Materialien konsequent aus nachhaltigen Rohstoffen, wie zum Beispiel dem neuen ‚AppleSkin‘“ gefertigt sind. Dabei handelt es sich um „ein Kunstleder mit einem Anteil von Reststoffen aus der Apfelsaftproduktion.“ Wohl bekomm’s.
Dass das Cockpit komplett digitalisiert ist, überrascht mittlerweile niemanden mehr.

Für den Innenraum verwertet VW Apfelsaftreste.
Vergrößern Für den Innenraum verwertet VW Apfelsaftreste.
© VW

Der ID. Space Vizzion, so wie ihn VW in Los Angeles zeigen wird, ist noch eine Studie (die beiden Abbildungen zu dieser Meldung zeigen Skizzen der Studie). Die Serienversion soll aber Ende 2021 vorgestellt und in verschiedenen Versionen in Nordamerika, Europa und China auf den Markt kommen.

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