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Huawei will 5G-Chips für iPhone 2019 an Apple verkaufen

15.04.2019 | 14:06 Uhr |

Innerhalb weniger Jahre konnte sich Huawei mit seinen Smartphones auch im High-End-Bereich behaupten und somit auch als echte Konkurrenz für Samsung und Apple. In einem Interview lässt der Huawei CEO, Ren Zhengfei, durchblicken, dass das Unternehmen nun einen Strategiewechsel in Betracht zieht – und seine Technologie an Apple verkaufen will.

Wie CNBC berichtet , überlegt der chinesische Technologieriese Huawei, seine Hochgeschwindigkeits-5G-Chips an Apple zu verkaufen. Darunter fallen theoretisch die eigens entwickelten Modems für 5G-Verbindungen von Smartphones sowie einen Prozessor zur Stromversorgung der Geräte, welche bisher ausschließlich in Huawei Smartphones zum Einsatz kamen.

Hierbei handelt es sich um sogenannten Kirin 980: Einen Prozessor, den Huawei unter anderem in seinem neuesten Flaggschiff P30 Pro verwendet. Da Apple eigene Prozessoren benutzt, dürfte der iPhone-Hersteller an Huawei Prozessor wohl eher weniger Interesse haben – dafür aber vielleicht umso mehr an den 5G-Chips.

In einem Interview zeigte sich Huawei-Gründer und CEO Ren Zhengfei gegenüber einer Kooperation mit Apple aufgeschlossen. Bezüglich des Verkaufs von 5G-Chips an Apple erklärte Ren: „Wir sind in dieser Hinsicht offen für Apple.“

Die aktuellen iPhones unterstützen keine 5G-Funktion und ob Apple dieses Feature in der diesjährigen Generation einbauen kann, ist wegen Patentrechtsstreitigkeiten mit Qualcomm und Schwierigkeiten bei Intel bisher noch ungewiss. Qualcomm verfügt über ein Modem, das 5G unterstützen kann, während Intels Produkt erst ab 2020 auf den Markt kommen wird. Das bedeutet, dass Huawei eine brauchbare Alternative werden könnte, wenn Apple in diesem Jahr ein 5G-fähiges Handy auf den Markt bringen will.

Allerdings steht Huawei unter enormem politischen Druck, insbesondere aus den Vereinigten Staaten. Diese warfen Huawei vor, dass das Unternehmen ein nationales Sicherheitsrisiko darstellt, weil es der chinesischen Regierung bei Spionage-Angriffen helfen könnte. Huawei hat diese Vorwürfe jedoch wiederholt zurückgewiesen.

Außerdem werden die Telefone von Huawei nicht über die großen Telekommunikationsanbieter in den USA verkauft, so dass das Unternehmen eine extrem geringe Verbraucherpräsenz im Land hat.

Huawei gibt Fehler in Unternehmensstrategie zu

Der CEO gab im Interview zu, dass Huawei in seiner Smartphone-Strategie Fehler gemacht habe. Dies bezieht sich vor allem auf die Preisgestaltung.

„Unsere Kosten waren aus zwei Gründen niedrig. Erstens, da unsere Technologie schnell vorankam. Dadurch gelang es uns, die Kosten für unsere Produkte zu senken. Zweitens konnten dank der von uns eingebrachten westlichen Managementansätze auch unsere Betriebskosten niedrig gehalten werden“, so Ren.

„Infolgedessen haben wir unsere Preise auf ein relativ niedriges Niveau gesetzt, was es westlichen Unternehmen schwer machte, mit uns zu konkurrieren. Wir haben viel darüber nachgedacht."

Jetzt, da Huawei die Preise für seine Geräte erhöht hat, glaubten die Leute, dass Huawei teuer ist, so der CEO. Die gilt vor allem für das neue Huawei Mate X, welches das Unternehmen während des diesjährigen MWC in Barcelona präsentierte. Das erste faltbare Smartphone von Huawei bietet nicht nur revolutionäre Technik. Mit einem stolzen Preis von 2300 Euro zählt dieses Modell mit zu den teuersten Smartphones auf den Markt.

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