2432399

Huawei schickt US-Mitarbeiter zurück in ihre Heimat

31.05.2019 | 14:03 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Huawei hat US-Mitarbeiter, die in China in bestimmten Abteilungen tätig waren, zurück in ihre Heimat geschickt.

Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei hat zahlreiche US-Mitarbeiter, die in China tätig waren, zurück in ihre Heimat geschickt. Allerdings nicht aus Rache, wie man zunächst denken könnte, sondern aus Verunsicherung darüber, was zu tun ist. Das berichtet die Financial Times. Die betreffenden US-Bürger seien in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Huawei im Shenzhen-Hauptquartier tätig gewesen. Sie mussten ihre Arbeitsstelle nur wenige Stunden nach der Unterzeichnung des Erlasses von US-Präsidenten Donald Trump gegen Huawei verlassen.

Dies alles sei sehr schnell geschehen, erklärte Dang Wenshuan, Chief Strategy Architect bei Huawei. So habe unter anderem gerade ein Workshop stattgefunden, an dem auch US-Mitarbeiter teilnahmen und der hastig abgebrochen werden musste. Die betreffenden Mitarbeiter mussten dann umgehend ihre Geräte vom Huawei-Netzwerk trennen und das Grundstück verlassen. Wenshuan begründete die Maßnahmen damit, dass man sich bei Huawei nicht ganz klar über das Ausmaß der Entscheidung der US-Regierung gewesen sei und daher vermeiden wollte, sie auf irgendeine Weise zu missachten.

Dem Bericht zufolge habe Huawei außerdem alle seine Mitarbeiter in China dazu aufgefordert, ihre Technik-Meetings abzusagen, in denen auch US-Mitarbeiter teilgenommen hätten. Außerdem wurden signifikante Änderungen im Austausch von Informationen zwischen chinesischen und US-amerikanischen Kollegen vorgenommen. Damit soll möglichst sichergestellt werden, dass alle Regeln der US-Regierung eingehalten werden und Huawei kein Verstoß vorgeworfen werden kann.

Strengere Regeln gelten seitdem auch für Besucher der Huawei-Gebäude in China. Es werde kontrolliert, ob es sich um Besucher aus den USA handle und mit diesen sei jede Unterhaltung über Technologie-Themen nicht gestattet.

Derweil deutet sich aber auch eine gewisse Entspannung für Huawei an: Der Hersteller bietet wieder die Android-Q-Beta für sein Huawei Mate 20 Pro an und ist auch wieder vollwertiges Mitglied in diversen Technologie-Allianzen , nachdem seine Mitgliedschaft in den wichtigen Gremien vorübergehend auf Eis lag. Wie es letztendlich für Huawei weitergeht, wird vor allem eine politische Frage sein: Im Handelskrieg zwischen den USA und China könnte eine Einigung auch eine Lösung für Huawei umfassen. US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping werden sich zu diesem Thema später im Juni treffen.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2432399