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Huawei rechnet mit 30 Milliarden US-Dollar weniger Umsatz

18.06.2019 | 09:30 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Aufgrund der US-Sanktionen rechnet Huawei mit einem weltweiten Umsatzverlust von bis zu 30 Milliarden Euro.

Die von der US-Regierung gegen Huawei verhängten Sanktionen werden das Unternehmen finanziell stark treffen. Huawei-Chef Ren Zhengfei erklärte am Montag, dass sein Unternehmen derzeit davon ausgehe, dass es im laufenden Jahr mit einem Umsatzverlust von über 30 Milliarden US-Dollar in den nächsten zwei Jahren rechnen muss, was umgerechnet etwa 26,7 Milliarden Euro entspricht. Huawei muss daher seine Umsatzprognose auf 100 Milliarden US-Dollar senken

Zhengfei räumte dabei ein, dass er ursprünglich nicht mit einem so hohen Umsatzverlust gerechnet hatte, hinzu käme auch die Überraschung darüber, wie scharf die US-Sanktionen ausgefallen seien. Man habe zwar mit ihnen gerechnet und sich vorbereitet, aber nicht, dass sie so umfassend ausfallen würden.

Je länger der Konflikt andauert, umso höher könnte auch der Verlust für Huawei ausfallen. Der Wirtschaftsdienst Bloomberg meldet , dass Huawei aufgrund der US-Sanktionen wohl weltweit zwischen 40 Millionen und 60 Millionen weniger Smartphones ausliefern werde. Bereits jetzt sei die Anzahl der verkauften Geräte um 40 Prozent gesunken. Außerdem befürchtet Huawei, dass es bei neuen Modellen eine deutlich geringere Nachfrage geben könnte. So etwa beim Honor 20 (und Honor 20 Pro) , welches ab dem 21. Juni in Europa erhältlich sein wird. Huawei ist laut Bloomberg bereit, den Verkauf des Honor 20 zu stoppen, sollte sich das Modell nur schlecht verkaufen.

Langfristig will Huawei verstärkt die für Smartphones benötigen Chips und Software selbst bauen und entwickeln, um unabhängiger zu werden. Dafür benötigt das Unternehmen aber viel Zeit. Die Android-Alternative „HongMeng“, die hierzulande wohl „Ark OS“ heißen wird, soll in China bereits getestet werden und noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Abzuwarten bleibt allerdings, ob die Smartphones mit der Android-Alternative – vor allem außerhalb Chinas – sich einer großen Beliebtheit erfreuen werden.

US-Chiphersteller fürchten um Einnahmen

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet am Montag, dass sich hochrangige Vertreter von US-Chipherstellern bereits Ende Mai mit dem US-Handelsministerium getroffen hätten, um eine Lockerung der gegen Huawei verhängten Beschränkungen zu erreichen. Dafür hätten sich unter anderem Intel, Qualcomm und Xilinx eingesetzt.

Sie hätten damit argumentiert, dass die von ihnen an Huawei verkauften Teile nichts mit den Sicherheitsbedenken der USA gegen die 5G-Technologie von Huawei zu tun hätten. Ihnen sei es damit auch weniger darum gegangen, Huawei zu Hilfe zu eilen, sondern um Schäden für sich selbst abzuwenden. So habe Huawei im Jahre 2018 insgesamt 70 Milliarden US-Dollar für Komponenten ausgegeben, davon gingen 11 Milliarden US-Dollar an US-Firmen.

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