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Huawei Mate 30 Pro im Hands-On: mit Android 10, aber ohne Play Store und Co.

21.09.2019 | 10:45 Uhr | Dennis Steimels

Heute hat Huawei sein neuestes Flaggschiff Mate 30 Pro in München vorgestellt. Die gute Nachricht: Es kommt mit Android 10. Die schlechte Nachricht: Ohne Play Store, Gmail und Co! Wir haben uns das Google-freie Mate 30 Pro mal angesehen.

Huawei hat mit der Mate 30-Serie seine neuen Flaggschiff-Modelle vorgestellt. Im Prinzip handelt es sich um Top-Geräte: Geile Kamera, schnelle Technik, neues Display-Design... Doch der Handelskonflikt zwischen den USA und China macht Huawei einen Strich durch die Rechnung.

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Huawei war auf bestem Wege, zum größten Smartphone-Hersteller noch vor Samsung und Apple zu werden! Dann der Paukenschlag: Huawei darf nicht mehr mit US-amerikanischen Firmen arbeiten und verliert die Android-Lizenzen. Die verlängerte Schonfrist gilt nur für bestehende Geräte, nicht für neue. Deshalb tritt jetzt das ein, was wir alle befürchteten: Das neu vorgestellte Huawei Mate 30 Pro hat tatsächlich keine Google-Dienste an Bord. Es läuft aber mit der Open Source-Version AOSP von Android 10 mit eigenem EMUI 10 und es wird in diesem Jahr noch nach Europa kommen.


Huawei Mate 30 (Pro) ohne Google-Dienste

Wie oben erwähnt, kommt die Mate 30-Serie zwar mit Android 10 (AOSP), allerdings ohne Google-Dienste. Auf den Geräten gibt es keinen Play Store, kein Maps, kein Youtube oder sonstige Google-Dienste bzw. -Anwendungen. Apps können Sie aus de App Gallery herunterladen, die auf jedem Huawei- und Honor-Gerät installiert ist. Dort finden Sie allerdings nicht die gewohnte App-Vielfalt aus dem Play Store. Besonders die beliebten Anwendungen wie Whatsapp, Instagram und Facebook fehlen. Huawei ist aber dran, die App Gallery mit weiteren Apps zu füllen.

Wer Google-Anwendungen, wie den Play Store oder Maps, per APK installiert, bekommt den Hinweis, dass sich auf dem Gerät keine Google-Dienste befinden. Damit sind die Apps unbrauchbar. Google-Dienste müssen Sie etwas aufwändiger nachinstallieren, was kaum ein Kunde machen wird - selbst geübte Smartphone-Nutzer nicht.

Hier unser Hands-On des Huawei Mate 30 Pro


Display und Design: Riesiger Waterfall-Screen

Das Huawei Mate 30 Pro ist Huaweis erstes Smartphone, das mit einem sogenannten Waterfall-Display erscheint. Hierbei fällt das Display an den seitlich Rändern um 88 Grad stark ab, wodurch es aussieht, als gäbe es keinen Rahmen. Und damit besteht die Frontseite überwiegend aus Bildschirm. Das sieht nicht nur sehr schick und edel aus, Inhalte, wie Videos oder gar Filme, wirken mehr! Auch Vivo hat mit dem Nex 3 bereits einen solchen Bildschirm angekündigt. Obwohl der OLED-Screen mit 6,53 Zoll sehr groß ist, bleibt das Gehäuse aufgrund der besonders schmalen Ränder recht kompakt. Das Handy mit einer Hand zu bedienen ist trotzdem kaum möglich. Uns fällt außerdem auf, dass der Bildschirm manchmal nicht richtig reagiert, wenn man das Gerät normal in der Hand hält, da er quasi bereits an den Ränder berührt wird.

MAte 30 Pro mit Waterfall-Display
Vergrößern MAte 30 Pro mit Waterfall-Display
© Huawei

Huawei entfernt die physische Lautstärke-Wippe. Um die Lautstärke zu ändern, tippen Sie auf den seitlichen Bildschirm zwei Mal und wischen dann hoch oder runter. Die Power-Taste ist leicht nach hinten versetzt seitlich verbaut.

Das Mate 30 Pro hat weiterhin eine breite Notch, in der sich Frontkamera und Sensoren befinden. Beim normalen Mate 30 ist die Notch etwas schmaler. Hier setzt Huawei übrigens auf ein flaches OLED-Panel, an den Ränder fällt der der Screen nicht ab.

Beim Design des Mate 30 Pro geht Huawei neue Wege. Die Quad-Kamera sitzt in einem rundlichen Ausschnitt in der Mitte der Gehäuserückseite. Das Design erinnert an die Optik von Digitalkameras. Beim Vorgänger Mate 20 Pro war die Triple-Kamera rechteckig eingebaut. Das Mate 30 Pro liegt sehr angenehm in der Hand und hinterlässt aufgrund der stabilen Bauweise einen wertigen Eindruck.


Leistung: Chip mit integriertem 5G-Model

Im Mate 30 Pro arbeitet der brandneue und selbst entwickelte Kirin 990, der auf der IFA 2019 in Berlin Anfang September vorgestellt wurde. Auf dem Chip sitzt jetzt auch direkt das 5G-Modem, statt extra ein externes Modem zu nutzen. Die 5G-Geschwindigkeit soll doppelt so hoch sein wie beim Note 10+ 5G. Der Prozessor wir im 7-Nanometer-Plus-Verfahren hergestellt, das auch aus N7+ bezeichnet wird. Der Kirin 990 hat acht Kerne an Bord, von denen zwei Kerne mit 2,86 GHz takten und zwei mit 2,36 GHz. Hinzu kommen vier Standard-Kerne für wenig anspruchsvolle Anwendungen mit 1,95 GHz.


Kamera: Videos jetzt mit 60 fps und Ultra Slow Motion

Das Design der Rückseite erinnert stark an klassische Leica-Kameras mit dem kreisrunden Kameraausschnitt und dem Kamerablitz darüber, wenn man das Handy im Querformat hält. Die Quad-Kamera besteht aus dem Hauptsensor mit 40 Megapixeln und einer f/1.8-Blende. Daneben sitzt die Ultra-Weitwinkelkamera mit 16 Megapixeln. Zusätzlich gibt es eine Telelinse mit 8 Megapixeln, 3-fach optischem Zoom und optischem Bildstabilisator. Komplettiert wird die Quad-Cam von einem Laser-Fokus für bessere Tiefendaten. Huawei schraubt außerdem die ISO auf satte 204.800 hoch.

Kamera des Mate 30 Pro
Vergrößern Kamera des Mate 30 Pro

Huawei verbessert außerdem die Videofunktion seines Mate 30 Pro, die in der Vergangenheit gegenüber der Konkurrenz das Nachsehen hatte. Die Kamera filmt jetzt in 4K HDR+ bei 60 Bildern pro Sekunde. Mit dem Mate 30 Pro können Sie darüber hinaus Ultra Slow-Motion Videos mit bis zu 7680fps aufnehmen. Hinzu kommt Echtzeit-Bokeh in den Videos.


Ausstattung und Software: Android 10 mit EMUI 10

Software: Huaweis EMUI 10 auf Basis von Android 10 (AOSP) kommt mit verbessertem Dunkelmodus, der dank spezieller Dark Mode Engine alle Apps verdunkelt statt nur die Einstellungen, den App Drawer und einige ausgewählte Anwendungen. Eine sehr clevere und vor allem nützliche Funktion ist AI Auto Rotate. Das Smartphone erkennt automatisch, wie Sie das Smartphone nutzen, um den Bildschirminhalt selbstständig zu drehen. Oder gar beizubehalten, wenn Sie beispielsweise seitlich auf dem Sofa liegen und das Handy im Hochformat nutzen wollen.

Die künstliche Intelligenz ist auch für Ihre Privatsphäre im Einsatz. Blicken Sie auf das Display im Sperrbildschirm, werden Benachrichtigungen mit Inhalt angezeigt. Sobald das Mate 30 Pro bemerkt, dass eine zweite Person auf den Screen blickt, wird der Inhalt ausgeblendet.

Akku: Huawei ist glücklicherweise einer der wenigen Hersteller, die wissen, wie wichtig der Akku für den Nutzer ist. Im Mate 30 Pro sitzt deshalb mit 4500 mAh ein entsprechend großer Akku. Dank 40-Watt-Unterstützung ist das Handy auch schnell wieder geladen und einsatzereit. Auch kabellos laden Sie Ihr Mate 30 Pro mit 27 Watt besonders schnell.

Reverse Charging ist auch wieder dabei und jetzt drei Mal schneller als zuvor.

Speicher: Das Mate 30 Pro ist mit 8 GB RAM und 256 GB internem Speicher ausgestattet, den Sie per NM-Karte erweitern können. Oder Sie nutzen zwei SIM-Karten im Mate 30 Pro.


Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei Mate 30 kostet 799 Euro UVP mit 8GB RAM und 128 GB Speicher, für das Mate 30 Pro mit 8GB RAM und 256 GB Speicher werden 1099 Euro UVP fällig, die 5G-Version kostet 100 Euro mehr. Und besonders teuer wird es dann mit dem Porsche Design Huawei Mate 30 RS mit 12 GB RAM, 512 GB Speicher und etwas anderem Design mit Leder-Rückseite kostet satte 2095 Euro UVP.

Laut Huawei, werden die Geräte in Europa noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Weitere Infos konnten wir den Chinesen nicht entlocken, für weitere Details müssen wir uns wohl noch etwas gedulden.

Alternative:


Fazit zum Huawei Mate 30 Pro

Die Hardware des Mate 30 Pro beeindruckt. Das Design ist besonders, es ist schick, aber auf der Rückseite auch gewöhnungsbedürftig mit der stark in den Fokus gerückten Kamera. Die Glasrückseite selbst sieht sehr schön aus! Das Smartphones als solches spielt in der obersten Liga - auf allen Ebenen: Akku, Kamera, Performance, Ausstattung. Das Software-Manko liegt aber etwas schwer im Magen. Es läuft zwar Android 10 auf dem Gerät, aber nur in der nicht lizenzierten, quelloffenen Version AOSP. Es fehlen die Google-Dienste, die für Google-Apps wie Play Store, Maps, Youtube und Co. gebraucht werden. Es fehlen also wichtige Apps auf dem Mate 30 Pro. Und in der eigenen App Gallery sind die wichtigsten und beliebtesten Apps (noch) nicht gelistet. Sehr schade, denn das Gerät macht einen qualitativ sehr hochwertigen Eindruck und könnte es locker mit der aktuellen Spitze des Smartphone-Marktes aufnehmen!

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