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Huawei-Handy mit Hongmeng OS noch in diesem Jahr

05.08.2019 | 11:55 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Es gibt neue Gerüchte zu Huaweis Android-Alternative Hongmeng OS. Sie basiere auch nicht auf Android, sondern Fuchsia OS.

Entwickelt Huawei wirklich in eine Android-Alternative? Die Frage hat sich in den letzten Wochen immer wieder gestellt, nachdem Huawei in den Handelskrieg zwischen den USA und China verwickelt ist, der am vergangenen Freitag von Trump sogar nochmal mit neuen Strafzöllen verschärft wurde.

Zuletzt kam der Verdacht auf, dass es sich bei Hongmeng OS (hierzulande Ark-OS genannt) doch nur um einen Bluff handeln könnte. Huawei selbst räumte nämlich ein, dass es sich dabei um ein Betriebssystem handelt, welches für IoT-Geräte und deren Ansprüche entwickelt werde. Hongmeng OS sei spezialisiert darauf, effizient viele Daten zu verarbeiten und enthalte damit auch viel weniger Code als mobile Betriebssysteme.

Die chinesische Zeitung Global Times berichtet nun in ihrer Sonntagsausgabe, dass das erste Huawei-Smartphone mit Hongmeng OS bereits im vierten Quartal für 2.000 Yuan in China erscheinen könnte. Umgerechnet würde dies einem Preis von etwa 255 Euro (ohne Steuern) entsprechen.

Aber auch dieser Bericht lässt Zweifel aufkommen, ob es sich bei Hongmeng OS wirklich um eine100-prozentige Android-Alternative handelt. Das Gerät soll zum ersten Mal auf der Huawei Developer Converence gezeigt werden, die am 9. August in Dongguan startet. Das Smartphone gehöre entweder in die Low-end- oder Medium-end Kategorie.

Außerdem werde bei der Gelegenheit auch eine Riege weiterer Geräte vorgestellt, auf denen Hongmeng OS laufe. So etwa Honor Smart-TV-Geräte, die in China ab dem 10. August erhältlich sein sollen. Hongmeng OS soll dann auch auf Gebieten wie autonomes Fahren, ferngesteuerte medizinische Geräte und industrielle Kontrolle zum Einsatz kommen.

Dem Bericht zufolge teste Huawei derzeit vor allem die Kompatibilität zu Android-Applikationen. Das System verfüge auch über kryptographische Funktionen zum besseren Schutz der persönlichen Daten. Während Android auf dem Linux-Kernel basiere, soll Hongmeng auf Fuchsia OS von Google setzen, wodurch sich besser KI-Funktionen integrieren lassen und es auch besser lauffähig auf unterschiedlichen Plattformen sei.

Zum Start im vierten Quartal 2019, so eine Quelle, sollen mehrere Millionen Stück des ersten Huawei-Smartphones mit Hongmeng OS produziert worden sein, so dass zum Marktstart ausreichend viele neue Geräte verfügbar sein sollen.

Alles in allem erinnern die Anstrengungen von Huawei bei Hongmeng OS an die von Samsung bei Tizen. Auch Samsung setzt Tizen auf unterschiedlichsten Plattformen (TVs, etc) ein. Allerdings scheiterten alle Versuche von Samsung, Tizen zu einem Erfolg bei Smartphones zu verhelfen. Wir haben im Laufe der vergangenen Jahre diverse Prototypen von Tizen-Smartphones von Samsung gesehen, die dann aber letztendlich nie auf dem Markt erhältlich waren.

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