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Hoverboard explodiert in Bayern: Zwei Verletzte und 300.000 Euro Schaden

06.04.2022 | 16:11 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein Hoverboard ist in Bayern explodiert und hat einen Brand verursacht. Zwei Frauen wurden verletzt. Es entstand ein Schaden von 300.000 Euro.

Die Bayerische Polizei meldet einen Brand, der durch ein Hoverboard verursacht wurde. Demnach luden die Besitzer des Hoverboards dessen Akku auf, als laut Aussage der 15-jährigen Bewohnerin am 5. April 2022 gegen 21 Uhr der Akku des an der Steckdose ladenden Hoverboards explodierte. Der Vorfall ereignete sich in Neustadt bei Coburg im Ortsteil Wildenheid.

Die Flammen schlugen direkt auf die Couch über und in kürzester Zeit brannte das gesamte Wohnzimmer, wie die Polizei schreibt. Die 15-Jährige und ihre Mutter konnten das Einfamilienhaus in der Straße „Rödenauen“ rechtzeitig verlassen, erlitten jedoch eine Rauchgasvergiftung und mussten deshalb medizinisch versorgt werden. Rund 85 Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren, des Rettungsdiensts und der Polizei eilten zum Brandort.

Nach ersten Erkenntnissen liegt der entstandene Sachschaden an dem Anwesen bei 300.000 Euro. Die Brandfahnder aus Coburg gehen derzeit von einem technischen Defekt an dem Hoverboard als Brandursache aus. Die Kriminalpolizei Coburg hat die Ermittlungen übernommen.

Immer wieder führen Hoverboards, E-Scooter und E-Bikes zu Bränden

Explodierende beziehungsweise brennende Hoverboards führten in der Vergangenheit immer wieder zu Bränden, beispielsweise in Köln. In letzter Zeit war es um Brände, die durch Hoverboards verursacht wurden, aber still geworden. Das dürfte aber vor allem daran liegen, dass Hoverboards generell nicht mehr im Trend sind. Stattdessen dreht sich seit einiger Zeit alles um E-Scooter, die es mittlerweile auch in die Unfallstatistik geschafft haben:

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Ein E-Scooter führte aber in München ebenfalls schon zu einem Wohnungsbrand, bei dem zehn Menschen verletzt wurden. In einem anderen Fall zerstörte in E-Bike-Akku eine ganze Wohnung.

In den USA gibt es schon länger Probleme

Explodierende Hoverboards wurden vor allem aber aus den USA gemeldet. Seit Anfang Dezember 2015 häuften sich jenseits des Atlantiks die Meldungen über explodierende Hoverboards und dadurch verursachte Folgeschäden wie komplett ausgebrannte Wohnungen. Amazon entschloss sich deshalb, den Verkauf dieser brandgefährlichen Fortbewegungsmittel über seine Online-Plattform einzustellen. Kunden, die bereits über Amazon ein Hoverboard gekauft hatten, entschädigte Amazon.

Den ungewollt komischen Gipfel erreichte die Hoverboard-Panik in einer Sicherheitsempfehlung der für die Sicherheit von Verbraucherprodukten zuständigen US-Behörde CPSC: Sie riet ziemlich spaßbefreit dazu, immer einen Feuerlöscher griffbereit zu haben, wenn man mit dem Hoverboard herumfährt. Und den Körper mit Helm und Protektoren zu schützen. Außerdem sollte man Hoverboards nur fernab von Straßen verwenden.

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