31784

Große Themenvielfalt

12.08.2005 | 08:33 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Themenspektrum umfasst neben dem bereits erwähnten Liebling der Deutschen - dem Auto - Fragen zur Biotechnologie, zur Energiegewinnung und -einsparung, zur Ernährung der immer größer werdenden Weltbevölkerung und beschäftigt sich mit dem intelligenten Haus. Aber auch mit mininalinvasiven Operationen, mit E-Paper, Gen-Food und Umweltschutz. Und natürlich auch mit künftigen Computern.

Eines ist angesichts dieser Themenvielfalt klar: Froböse kann viele Themen nur streifen, Probleme nur skizzieren und Denkanstöße in eine gewisse Richtung geben. Mehr lässt der begrenzte Platz nicht zu. Nur ein Beispiel: Wenn von der Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien im Automobil die Rede ist, fallen oft Begriffe wie Radartechnik, Abstandshalter und automatisches Bremsen. Solche Radar- und Nacht- beziehungsweise Nebelsichtgeräte sind bereits in einigen Modellen der Oberklasse eingebaut. Sie werden intensiv weiterentwickelt und dürften bald auch die Mittelklasse erobern. So will Volkswagen beispielsweise im nächsten Passat einen neuen Radar mit Abstandswarner einbauen. Auf dieses spannenden Themen geht Froböse leider nicht ein.

Das Buch ist durchwegs locker-flockig geschrieben. Es liest sich angenehm und eignet sich auch für technisch wenig vorgebildete Interessierte durchaus als Nachtlektüre. Einziger Kritikpunkt ist die stellenweise enge sprache Anlehnung an Werbe- beziehungsweise PR-Deutsch. Man merkt, dass der Autor als Hauptquelle neben wissenschaftlichen Studien vor allem auch Unternehmensmitteilungen und -Darstellungen benutzt hat. Der Seriosität des Buches tut dies jedoch keinen Abbruch.

Ein Problem sollte man jedoch nicht übersehen: Weder der Autor noch der Leser kann die Versprechungen und Prognosen der Ingenieure, Forscher und Techniker im Moment auf deren Richtigkeit überprüfen. Erst die Zukunft wird zeigen, ob wirklich alles so eintrifft, wie Froböse es uns erzählt.

Das Buch ist jedoch mehr als nur eine anschaulich geschriebene Lektüre mit einem Blick in die Zukunft. Es ist zugleich auch ein Plädoyer für die oft teuere und nicht immer von unmittelbaren Erfolgen gekrönte Grundlagenforschung an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und in Unternehmen. Denn die wirtschaftliche Zukunft eines Landes hängt auch maßgeblich von dessen Innovationsreichtum ab. Das wird beim Lesen dieses Buches immer wieder klar, besonders wenn man fast durchgehend die Namen bekannter deutscher Konzerne liest, die an den Techniken der Zukunft forschen.

Rolf Froböse, Mein Auto repariert sich selbst, WILEY-VCH Verlag, 2005. 250 Seiten. 24,90 Euro

PC-WELT Marktplatz

31784