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Grindr: Verbraucherschützer reichen Beschwerde ein

14.01.2020 | 15:27 Uhr | Denise Bergert

Aufgrund von Datenschutzbedenken haben norwegische Verbraucherschützer Beschwerde gegen die Dating-App Grindr eingereicht.

Der norwegische Verbraucherschutzverband Forbrukerrådet hat in einer Untersuchung zahlreiche Apps und deren Umgang mit vertraulichen Nutzerdaten unter die Lupe genommen. Dabei stellte der Verband fest, dass sowohl Dating- als auch Social-Media-Apps persönliche Angaben, wie etwa die sexuellen Vorlieben, an Werbepartner und Werbenetzwerke weiterleiten. Diese erstellen mit den Nutzerdaten umfangreiche Profile, die für gezielte Werbung genutzt werden. Laut Finn Myrstad, Direktor für Digitale Strategie des norwegischen Verbraucherschutzverbands, sind „diese Geschäftspraktiken sind vollkommen außer Kontrolle geraten und voller Verletzung des europäischen Rechts.“

Aufgrund der erschreckenden Untersuchungsergebnisse hat der norwegische Verbraucherschutzverband gemeinsam mit dem europäischen Datenschutzzentrums noyb eine formelle Beschwerde gegen die Gay- und Bi-Dating-App Grindr sowie die Adtech-Unternehmen MoPub, AppNexus, OpenX, AdColony und Smaato eingereicht. „Im Fall von Grindr erscheint besonders problematisch, dass Dritte nicht nur die GPS-Ortung oder Gerätekennungen erhalten, sondern auch die Info, dass eine Person eine Dating-App benutzt, die als ‚ausschließlich für die Gay/Bi-Community‘ beschrieben wird. Das offenbart klar die sexuelle Orientierung des Nutzers,” erklärt Ala Krinickytė, Datenschutz-Juristin bei noyb. 

Der norwegische Verbraucherrat fordert Unternehmen auf, für ihre digitale Werbung nach Alternativen zum aktuellen Adtech-System zu suchen. App- und Website-Betreiber sollten auf Technologien setzen, die nicht auf der Weitergabe von sensiblen Nutzerdaten an Dritte beruhen. Ob die Verbraucherschützer mit ihrer Beschwerde Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten.

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