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Google wieder im Visier der EU-Wettbewerbshüter

02.12.2019 | 15:49 Uhr | Denise Bergert

Die EU-Kommission hat vorläufige Ermittlungen zu den Datensammel-Praktiken des Internet-Konzern Google eingeleitet.

Nur wenige Monate, nachdem Google zu einem Kartellbußgeld von rund 1,7 Milliarden Euro verdonnert wurde, gerät der Konzern erneut ins Visier der EU-Wettbewerbshüter. Am Wochenende berichtete die Nachrichtenagentur Reuters von einem Dokument, das erneute Ermittlungen gegen Google belegen sollte. Die EU-Kommission hat demnach umfangreiche Fragebögen an mehrere Unternehmen geschickt. Auf diese Weise wollen die Wettbewerbshüter herausfinden, in welchem Umfang Google mit seinen Diensten Daten sammelt und wie diese verwendet werden. Am Samstag wurden diese Ermittlungen schließlich gegenüber Business Insider bestätigt . Laut einem Sprecher der EU-Kommission seien vorläufige Ermittlungen in Bezug auf Googles Datensammel-Praktiken eingeleitet worden.

Laut dem Dokument, in dessen Besitz Reuters gekommen ist, beziehen sich die Fragen der EU-Kommission unter anderem auf bei lokalen Suchdiensten, durch Online-Anzeigen, bei Login-Diensten und in Browsern gesammelte Nutzerdaten. Google selbst antwortet auf Nachfrage nach den EU-Ermittlungen ausweichend. Laut einem Sprecher verwendet Google die gesammelten Nutzerdaten, um seine Dienste zu verbessern und relevante Werbung anzuzeigen. Der Konzern gebe Nutzern die Möglichkeit die gesammelten Daten zu verwalten, zu löschen und zu übertragen. Google werde beim Thema Nutzerdaten auch weiterhin mit der EU-Kommission zusammenarbeiten, so das offizielle Statement.

Google wurden in den vergangenen Jahren gleich drei empfindliche hohe Kartellbußgelder auferlegt. 2017 musste der Konzern 2,7 Milliarden US-Dollar aufgrund von wettbewerbswidrigen Praktiken bei seinem Online-Shopping-Service zahlen. 2018 folgte ein Rekordbußgeld in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar aufgrund von Googles Missbrauch seiner Marktstellung beim mobilen Betriebssystem Android. In diesem Jahr verurteilte die EU Google schließlich zu einer Strafe in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar wegen illegaler Praktiken bei der Vermarktung von Werbeplätzen in seiner Suchmaschine.

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