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Google und Apple schließen Pakt zur Coronavirus-Bekämpfung

11.04.2020 | 08:47 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Google und Apple entwickeln gemeinsam Technologien zur Covid-19-Kontaktverfolgung. Die Details zum Pakt.

Angesichts der weltweiten Coronakrise haben Apple und Google ein Bündnis zur Entwicklung von Technologien zur Covid-19-Kontaktverfolgung geschlossen. Wie beide Unternehmen in einem gemeinsamen Statement mitteilen, sollen im Rahmen der Zusammenarbeit technische Werkzeuge unter Einsatz von Bluetooth-Technologien entwickelt werden. Diese sollen Regierungen und Gesundheitsbehörden weltweit dabei helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen. Apple und Google betonen dabei, dass der Schutz der Privatsphäre und der Sicherheit von Nutzern im Mittelpunkt stehe.

Apple und Google wollen ihren Betriebssystemen, wie Android und iOS, die Programmierschnittstellen (APIs) hinzufügen, die bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen notwendig sind. Entsprechende Apps werden aktuell von Gesundheitsbehörden, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen weltweit entwickelt. Die Europäische Union arbeitet mit dem Projekt Pepp-PT an einer entsprechenden Corona-Warn-App für die Bevölkerung. An der Entwicklung von Pepp-PT sind unter anderem das Frankfurter Unternehmen Arago, das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Berlin, das Robert-Koch-Institut RKI und das Digital Epidemiology Lab an der EPFL in Lausanne beteiligt.

Die beiden Giganten Google und Apple wollen diesen und ähnliche Ansätze fördern. "Angesichts des dringenden Bedarfs ist geplant, diese Lösung in zwei Schritten, unter Gewährleistung eines starken Schutzes der Privatsphäre der Benutzer, zu implementieren", erklären die beiden Unternehmen.

So sollen zunächst im Mai 2020 die APIs veröffentlicht werden, mit denen die Interoperabilität zwischen Android- und iOS-Geräten bei Verwendung von Corona-Warn-Apps der Gesundheitsbehörden ermöglicht wird. Diese offiziellen Anwendungen für Smartphones werden allen Nutzern über die App-Stores von Google und Apple zur Verfügung gestellt, sobald sie verfügbar sind.

Im nächsten Schritt, der etwas länger dauern wird, wollen Google und Apple in den kommenden Monaten daran arbeiten, eine umfassendere, Bluetooth-basierte Plattform zur Nachverfolgung von Kontakten zu ermöglichen. Dazu soll diese Funktionalität direkt in die jeweiligen Plattformen der Unternehmen integriert werden. "Dies ist eine stabilere Lösung als eine API und würde es mehr Einzelpersonen ermöglichen, sich nach ihrer Entscheidung per Opt-in zu beteiligen", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Zusätzlich werden auch die Interaktion mit einem breiteren Ökosystem von Apps und staatlichen Gesundheitsbehörden möglich.

"Opt-in" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Apps nur dann eine Person als Covid-19-Infiziert registrieren werden, wenn es die betroffene Person auch wünscht. Das die Technologien, die Google und Apple einsetzen, auf Bluetooth basieren, soll auch dem Datenschutz und dem Schutz der Privatsphäre dienen, denn die Bluetooth-Technik kann deutlich unpräziser die Standorte von Nutzern ermitteln, als andere Technologien zur Standort-Verfolgung.

"Datenschutz, Transparenz und Zustimmung sind bei diesen Bemühungen von größter Bedeutung, und wir freuen uns darauf, diese Funktionalität in Absprache mit interessierten Interessengruppen zu entwickeln. Wir werden Informationen über unsere Arbeit transparent veröffentlichen, damit andere sie analysieren können", so Apple und Google.

Die Erklärung der beiden Unternehmen schließt mit dem Hinweis, dass es keinen wichtigeren Moment gegeben habe, als jetzt gemeinsam an der Lösung eines der dringendsten Probleme der Welt zu arbeiten. Man hoffe durch die Zusammenarbeit und Kooperation aller Beteiligten, die "Kraft der Technologie nutzen zu können, um Ländern auf der ganzen Welt zu helfen, die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen und die Rückkehr zum Alltag zu beschleunigen."

Eine erste, frühe technische Dokumentation der Technologien, die die Partnerschaft von Apple und Google, findet sich auf dieser Seite. Weitere Informationen werden nach und nach folgen.

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