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Gibt es eine"Pokémon-Region" in unserem Gehirn?

07.05.2019 | 14:55 Uhr | René Resch

Bei Erwachsenen, die in ihrer Kindheit gerne Pokémon spielten, wies eine bestimmte Hirnregion erhöhte Aktivitäten auf, in der Kontrollgruppe war das dagegen nicht der Fall.

In einer Studie von Nature Human Behavior, haben Forscher herausgefunden, dass Erwachsene, die in ihrer Kindheit gerne Pokémon gespielt hatten, eine Hirnregion haben, die mehr auf Pokémon als auf andere Bilder reagiert. 

Die Forscher rekrutierten dazu elf Erwachsene, die erfahrene Pokémon-Spieler waren. Diese spielten Pokémon im Alter von fünf bis acht Jahren, hörten dann auf und spielten dann als Erwachsene wieder weiter. Als Kontrollgruppe wurden elf erwachsene Pokémon-Neulinge getestet. Um sicherzugehen, dass die erfahrenen Spieler auch wirklich "Profis" sind, wurde getestet, ob sie beispielsweise ein Piepi von einem Chaneira unterscheiden konnten. Weiterhin wurden die Gehirne der Spieler gescannt. Man zeigten ihnen Bilder aller 150 Pokémon der ersten Generation neben anderen Bildern, dabei waren Tiere, Gesichter, Autos sowie andere Cartoons.

Die "Pokémon-Region" im Gehirn

Bemerkenswert: bei den erfahrenen Pokémon-Spielern reagierte eine bestimmte Hirnregion mehr auf die Pokémon als auf alle anderen Bilder. Die Region wird Sulcus occipitotemporalis genannt, in der wohl hauptsächlich Bilder von Tieren verarbeitet werden. Die Anfänger-Kontrollgruppe wies diese Auffälligkeit nicht auf.

Dabei sei den Forschern zufolge nicht verwunderlich, dass viele Stunden Pokémon als Kind zu Hirnveränderungen führen würden. Alles was wir nur lange genug betrachten würden, hätte einen ähnlichen Effekt. Neben den Auffälligkeiten konnten die Forscher jedoch auch neue Einsichten erlangen, auf welche Art und Weise das Gehirn visuelle Informationen organisiert.

Was sagt voraus, welcher Teil des Gehirns reagieren wird? Kategorisiert das Gehirn Bilder und entwickelt dabei bestimmte Regionen, je nachdem, ob sie animiert oder still sind? Die Ergebnisse stützen eine Theorie namens "Exzentrizitätsverzerrung". Diese deutet darauf hin, dass die Größe der Bilder, die wir betrachten und die Tatsache, ob wir sie mit zentralem oder peripherem Sehen betrachten, vorhersagen wird, welcher Bereich des Gehirns reagieren wird. Die untersuchte Region ist dabei mit dem zentralen Sehen verbunden. Wie eben damals eine ganze Generation auf den Game Boy blickte und Pokémon spielte.

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