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Neues Ghost Recon angespielt: Elitesoldaten in einem taktischen Multiplayer

28.08.2019 | 08:48 Uhr |

Ghost Recon Breakpoint wird richtig spannend. Es spielt sich extrem taktisch, eher langsam und könnte in die eSports-Fußstapfen seines großen Bruders Rainbow Six Siege treten. Ghost Recon Breakpoint im Hands-On-Test.

Ghost Recon Breakpoint ist anders. Sein PvP-Multiplayer ist langsam, bedächtig, enorm taktisch. Und in seiner Kampagne spielen wir nicht die klassische Eliteeinheit, die die bösen Jungs aufmischt. Die sich aus dem Helikopter abseilt, ein paar Kopftreffer verteilt und ruck zuck die Mission abschließt. Wir spielen nicht die pure Überlegenheit der amerikanischen Special Forces aus. Nein, im Singleplayer von Breakpoint sind wir nicht Jäger, wir sind Gejagter. Unser Helikopter wird abgeschossen, Protagonist und Gruppenführer Nomad schwer verwundet. Blutend humpelt er hinter einen Baum, schießt sich eine Adrenalinspritze in die Venen, versucht seinen Kreislauf zu stabilisieren. Eine Drohne entdeckt ihn - blöderweise gehört sie zum Feind. Deren Alarm schrillt los, selbstfahrende Panzer preschen durch die Wälder, eine ganze Flotte von Drohnen geht auf die Jagd und jede Menge Elitesoldaten, die kurz zuvor dieses Hightech-Eiland namens Aurora angegriffen und übernommen haben. Aurora, das ist eigentlich die Insel eines Gentleman, der so Richtung Elon Musk geht: Tech-Milliardär, Visionär, der König der Drohnentechnologie und Chef der Skell Technology Group, deren Labore und Prototypen den Terroristen in die Hände fallen. 

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Wir haben Ghost Recon Breakpoint ausführlich gespielt. Hier gibt’s jede Menge Material vom neuen Multiplayer-Modus Ghost War: 

 Hilft alles nichts, so ein Elitesoldat kennt keinen Schmerz. Nomad verbindet sich Arme und Beine, damit die Blutungen aufhören - das müssen Sie letztlich im Spiel händisch machen, weil Blutverlust an der Gesundheit und Konzentrationsfähigkeit nagt, das Bild wird dann diffus. Übrigens auch, wenn Sie einen Hang unkontrolliert runterstürzen. Nomad ist zunächst auf sich alleine gestellt, seine Kameraden sind verstreut. Anders als in Hollywood kann er auch nicht einfach die Luftwaffe anfordern, er muss sein Navy-Seal-Training anwenden: Rein in den Schlamm, ordentlich Matsch ins Gesicht schmieren, die Waffe mit Blättern tarnen und Feindbewegungen auskundschaften. Denn auch das ist spannend an diesem Ghost Recon: Breakpoint: Sie kämpfen nicht gegen irgendwelche Rebellen, die nicht geradeaus schießen können, sondern exzellent ausgerüstete Söldner, deren Anführer selbst mal den Ghosts angehörte - einer geheimen Eliteeinheit, die ohne offizielles Wissen des Weißen Hauses im Ausland agiert.

Der Antagonist: The Punisher-Star Jon Bernthal

Es ist schon beeindruckend, wie nah die digitalen Abbilder von Hollywood-Stars heute an den realen Schauspielerin sind. Hier Jon Bernthal (The Walking Dead, The Punisher)
Vergrößern Es ist schon beeindruckend, wie nah die digitalen Abbilder von Hollywood-Stars heute an den realen Schauspielerin sind. Hier Jon Bernthal (The Walking Dead, The Punisher)

Die größte Schwäche des ansonsten sehr spaßigen Ghost Recon Wildlands waren die eher laienhaft geschriebenen Antagonisten. Da fehlte der Schliff, die richtige Idee, dieses Gefühl für einen Gegner, dem man gerne gegenübertritt - so ein 24-Typ. Und genau das will Ghost Recon Breakpoint jetzt liefern. Der Antagonist wird gespielt von Jon Bernthal und die ersten Szenen lassen auf spannendes Storytelling hoffen. Er mimt Cole D. Walker, der eine Armee namens The Wolfes anführt, die auf Technologie von Skell setzen: Drohnen, Humvees, Kampfhubschrauber, Schnellboote und vollautomatische Panzer.

Spannendes Setting: Ghost Recon Breakpoint spielt auf der Hightech-Insel eines Gentleman, der an Drohnentechnologie forscht.
Vergrößern Spannendes Setting: Ghost Recon Breakpoint spielt auf der Hightech-Insel eines Gentleman, der an Drohnentechnologie forscht.

Besonders interessant dürfte die Kampagne werden, weil Nomad und Cole einst Freunde waren, sich dann entzweit haben - wir wissen nicht warum, aber Cole jagt Nomads Team regelrecht, es muss etwas Persönliches sein. Das verlagert das Gameplay stärker Richtung Stealth - Zäune müssen jetzt nicht mehr aufgesprengt werden, sondern es gibt dafür Schneidbrenner. Elektronik lässt sich lahmlegen, die Ghosts operieren mit Nachtsichtgeräten. Wer es noch eine ganze Ecke taktischer und anspruchsvoller haben will, den wird der Multiplayer abholen. Denn der ist vor allem gemacht für Profis.

Multiplayer gespielt: Der PvP Ghost War ist der Hammer

Die Ausrüstung ist entscheidend: Im Häuserkampf bieten sich Sturmgewehre an, im Optimalfall mit Schalldämpfer. Für die sehr weitläufigen Gebiete sollte aber auch ein Scharfschützengewehr eingepackt werden.
Vergrößern Die Ausrüstung ist entscheidend: Im Häuserkampf bieten sich Sturmgewehre an, im Optimalfall mit Schalldämpfer. Für die sehr weitläufigen Gebiete sollte aber auch ein Scharfschützengewehr eingepackt werden.

Gespielt haben wir dann auch Ghost War, den brandneuen PvP-Modus von Ghost Recon Breakpoint und der drosselt merklich das Tempo. Wo die Kampagne schon viel Action, Explosionen und den richtigen Hollywood-Drift raushaut, gibt es im Multiplayer vier Klassen, die sich ergänzen müssen: Scharfschütze, Assault, Sanitäter und Panther, ein besonders vielseitiger Aufklärer und Späher. Beeindruckend, wie gut das hier alles jetzt schon in der Alpha aussieht: Knackscharfe 4K-Texturen, starke Mimik, lebendige Gesichter und tolle Wettereffekte verstärken das authentische Gefühl des Taktik-Shooters. Die Dramaturgie ergibt sich dabei vor allem auch aus dem Setting: Die erste Karte spielt in einem Dschungel bei Nacht, nur ein paar Lampen und Scheinwerfer rund um die gläsernen Labore von Skell Technologies liefern Licht. Ergo aktivieren wir das Nachtsichtgerät, was das Bild in eine unterschiedliche Grün-Töne taucht. Es ist nicht leicht so einen Gegner zu erspähen, insbesondere auf den wirklich großen Karten. Wer hier einfach vorprescht, der sieht die Radieschen schneller von unten, als er „Tango auf drei Uhr“ sagen kann.

Der Screenshot vermittelt einen schönen Eindruck von den Nachtkarten: Mit Nachtsichtgeräte sehen Sie sehr wenig, Feindbewegungen lassen sich nur antizipieren.
Vergrößern Der Screenshot vermittelt einen schönen Eindruck von den Nachtkarten: Mit Nachtsichtgeräte sehen Sie sehr wenig, Feindbewegungen lassen sich nur antizipieren.

Denn das ist der Schlüssel: Wir schleichen, verständigen uns per Headset und schießen nicht direkt, wenn wir einen Gegner sichten. Sondern markieren ihn, schließlich wird auch er im Team vorgehen. Es ist wichtig seine Angriffe abzusprechen und im Optimalfall den Feind in eine Falle zu locken. Das gelingt dem gegnerischen Team im Elimination-Modus mit 4 vs 4 besonders gut auf der Karte R&D Center: Bei einem etwas zu hastigen Vorstoß wird ein Kollege getroffen, der Sanitäter rennt hin, will ihn wiederbeleben und die Falle schnappt zu: Zwei ihrer Scharfschützen eröffnen das Feuer, verwunden ihn, er kommt nicht mehr aus seiner Defensivstellung raus. Was also tun? Die Kameraden an ihrer Position zu unterstützen, wäre tödlich. Ergo entscheiden wir uns die Drohne einzusetzen, scannen damit das Gebiet und suchen aktiv nach dem Winkel, aus dem die Schüsse kommen. Wir pirschen uns ran und während drei feindliche Einheiten auf die Position des Sanis feuern, bringen wir uns in Position, werfen eine Granate, erledigen den Ersten und zwingen die anderen Beiden in unsere Feuerrichtung zu laufen - das erste Match gewinnen wir knapp. Auch die zwei Karte Skell Port ist enorm taktisch ausgelegt, weil sie für Scharfschützen optimiert ist - wir robben uns voran, pirschen von Deckung zu Deckung und suchen den Feind wieder per Drohne - er hat wieder versucht eine Falle zu errichten, aber ein echter Ghost lässt sich nicht zweimal verladen.

 Fazit:  Ghost Recon Breakpoint wird richtig spannend. Neben Control ist es das schönste Actionspiel der Gamescom und hat uns auch spielerisch sehr positiv überrascht. Der Multiplayer ist sehr taktisch ausgelegt, geht fast schon Richtung Operation Flashpoint, fühlt sich aber trotzdem eingängig und leichtfüßig an. Es ist stark, wie wichtig die Klassen sind, wie das Positionsspiel aufeinander abgestimmt werden muss und das die Nacht komplett andere Strategien erfordert als der Tag.

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