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Gestohlene Passdaten im Web veröffentlicht - auch Deutsche betroffen

22.09.2020 | 08:52 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Cybergangster haben die Passdaten von mehreren Hunderttausend Menschen im Web veröffentlicht. Darunter befinden sich auch Deutsche.

Cybergangster haben die Reisepassdaten von Hunderttausenden Menschen im Netz veröffentlicht. Darunter befinden sich auch die Passdaten von 12.000 Deutschen. Das berichtet die Tagesschau.

Die Hacker erbeuteten die Passdaten bei einem Cyberangriff auf die IT der argentinischen Einwanderungsbehörde. Gegen 7 Uhr morgens am 27. August 2020 meldeten zahlreiche argentinische Grenzbeamte den Ausfall ihrer Systeme. Die IT-Abteilung des argentinischen Innenministeriums fuhr daraufhin die Systeme herunter um eine weitere Ausbreitung der Attacke zu verhindern. Kurze Zeit später stellten Hacker ihre Lösegeldforderung: Sie hatten die Rechner der Einwanderungsbehörde offensichtlich verschlüsselt und wollten jetzt Geld für die Freigabe der verschlüsselten Daten. Doch die Behörde weigerte sich die geforderten 4 Millionen US-Dollar zu bezahlen.

Daraufhin luden die Hacker am 10.9.2020 die erbeuteten Daten im Internet hoch. Zwei Gigabyte soll die Datei mit den Passdaten groß sein. Den Downloadlink samt Passwort veröffentlichten die Gangster in einem Blog im Darknet.

Laut BR sollen die Passdaten von "Hunderttausenden Reisenden aus mehreren Ländern, darunter mehr als 12.000 deutsche Staatsbürger, die zwischen Ende Februar und April dieses Jahres nach Argentinien ein- oder von dort ausgereist sind" betroffen sein. Auch die Daten von Diplomatenpässen wurden gestohlen.

Die Daten umfassen Namen, Geburtsdaten und Passnummern. Mit diesen Daten ist Identitätsdiebstahl möglich!

Die Identität der Täter ist unbekannt. Die Täter sollen die Ransomware Netwalker verwendet haben. Diese soll von Hackern aus dem russischsprachigen Raum entwickelt worden sein.

Laut BR erklärte das Bundesinnenministerium, dass die argentinischen Behörden den Vorfall bestätigt hätten. Das Innenministerium halte es aber nicht für nötig, dass die Betroffenen einen neuen Pass beantragen.

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