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Gerichtsurteil: Steam muss Weiterverkauf von Spielen erlauben

20.09.2019 | 15:09 Uhr | Denise Bergert

Dem aktuellen Urteil eines Pariser Gerichts zufolge, muss Valve den Weiterverkauf „gebrauchter“ Spiele auf Steam erlauben.

Wer auf der Download-Plattform Steam ein Spiel erwirbt, muss auch die Möglichkeit bekommen, dieses Spiel in „gebrauchtem“ Zustand an andere Nutzer weiterzuverkaufen – ganz wie bei physischen Datenträgern. Diese Meinung vertritt zumindest die französische Verbraucherschutzorganisation UFC-Que Choisir, die bereits 2015 gegen Valve geklagt hatte. Steam-Betreiber Valve will sich dieser Einstufung durch seine Abonnentenvereinbarung entziehen. Das US-Unternehmen argumentiert, dass auf Steam keine Spiele, sondern Abos für Spiele verkauft würden. Nutzer seien also genau genommen nach dem Kauf nicht im Besitz des jeweiligen Spiels und dürften dieses dann auch nicht weiterverkaufen.

Das Pariser Gericht Tribunal de Grande Instance fällte in dieser Woche ein erstes Urteil zum Rechtsstreit zwischen Valve und den Verbraucherschützern – zugunsten von UFC-Que Chosir. Die Tatsache, dass ein Weiterverkauf von Spielen in den Steam-Nutzungsbedingungen nicht vorgesehen sei, verstoße gegen geltendes EU-Recht, urteilte das Gericht. Valves Abo-Argument ließ das Gericht nicht gelten. Nutzer würden keine Abo-Gebühren zahlen, sondern die jeweiligen Spiele kaufen. Im Europäischen Binnenmarkt müssen diese auch weiterverkauft werden dürfen. Valve will nun in Berufung gehen und das Urteil anfechten. Auswirkungen auf Steam-Nutzer hat das Urteil derzeit also noch nicht.

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