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Gericht verhängt Todesstrafe wegen "Squid Game"

25.11.2021 | 12:49 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein Gericht in Nordkorea hat einen Mann zum Tode durch Erschießen verurteilt. Sein "Vergehen": Er hat die Netflix-Serie "Squid Game" in das Land geschmuggelt. Sieben Schüler, die sich die Serie angeschaut haben, müssen für Jahre in Arbeitslager. Sogar deren Lehrer werden hart bestraft.

Ein Gericht in Nordkorea hat einen Mann zum Tode durch Erschießen verurteilt. Sein Vergehen: Er hat eine Kopie der Netflix-Serie „Squid Game“ nach Nordkorea geschmuggelt und dort verkauft. Das berichtet Radio Free Asia RFA (Hinweis: außer RFA gibt es keine andere Quelle für diese fast unglaubliche Meldung).

Die nordkoreanischen Behörden kamen dem Netflix-Schmuggler“ auf die Schliche, nachdem sie sieben Schüler festgenommen hatten, die sich den aus Südkorea stammenden Netflix-Hit angeschaut hatte. Der verurteilte Mann soll heimlich eine Kopie der Serie aus China in das abgeschottete und außenpolitisch isolierte Nordkorea mitgebracht haben. Dort habe er Kopien auf USB-Speicher überspielt und diese dann verkauft. Die Todesstrafe soll durch Erschießen vollzogen werden.

Ein Schüler, der eine der Kopien kaufte, wurde zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt. Die anderen sechs Schüler, die die Serie „nur“ mit angeschaut, aber keinen der USB-Speicher gekauft haben, wurden zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt. Deren Lehrer und die Schul-Administratoren wurden entlassen und müssen wohl in abgelegenen Bergwerken arbeiten.

Nordkorea bestraft solche Vergehen hart

Das diktatorisch regierte Nordkorea versucht mit allen Mitteln ausländische Medien aller Art von seiner Bevölkerung fernzuhalten. Per Gesetz ist das Anschauen, Besitzen oder Verteilen von Medien aus „kapitalistischen“ Staaten, insbesondere aus Südkorea und den USA, verboten und sieht dafür als Höchststrafe die Todesstrafe vor.

Die Behörden hatten einen Hinweis auf die Schüler bekommen. Daraufhin schlug eine Spezialeinheit – „Surveillance Bureau Group 109“ - der nordkoreanischen Polizei, die eigens darauf spezialisiert ist, das Anschauen illegaler Medien zu verhindern, zu. Die Behörden befragten die Festgenommen gnadenlos, wie RFA berichtet, um weitere Besitzer von Serien-Kopien und den Vertriebsweg sowie den Weg, auf dem die Kopien in das hermetisch abgeschirmte Land gekommen sind, herauszufinden. Die Regierung nimmt den Vorfall sehr ernst und behauptet, dass die Erziehung der Schüler vernachlässigt worden sei. Deshalb wurden auch die Lehrer, Schulvorstände und weiteres Erziehungspersonal hart bestraft. Diese harte Strafe für die Lehrer soll offensichtlich dazu führen, dass andere Lehrer ihre Schüler mehr noch als bisher bespitzeln und überwachen.

Nachdem die Studenten erwischt worden waren, begannen die Behörden, die Märkte nach Speichermedien und Video-CDs mit ausländischen Medien zu durchsuchen, so ein Bewohner der Provinz gegenüber RFA. Die Einwohner hätten nun große Angst, weil sie für den Kauf oder Verkauf von Speichermedien gnadenlos bestraft werden könnten.

Einen der sieben verurteilten Schüler konnten dessen reiche Eltern wohl dadurch vor dem Antreten der Strafe bewahren, indem sie die Behörden mit 3000 US-Dollar bestachen.

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