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Gericht: Sky-TV-Abo darf man wegen Corona außerordentlich kündigen

02.12.2020 | 14:14 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Pay-TV und besonders Sky-TV-Kunden aufgepasst: Ein Gericht hat entschieden, dass ein Sky-TV-Kunde sein Abo außerordentlich kündigen darf. Da Sky wegen der Coronakrise nicht die versprochenen Sportereignisse übertragen konnte. Das könnte laut Verbraucherschützern auch für den aktuellen Teil-Lockdown gelten, sofern Sportveranstaltungen abgesagt werden sollten!

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. weist auf ein spannendes Urteil für Abonnenten von Sport-TV-Kanälen hin: Das Amtsgericht München hat die außerordentliche Kündigung eines Sky-TV-Abonnenten für rechtens erklärt. Da Sky TV wegen des Covid-19-Lockdowns im Frühjahr 2020 die versprochenen großen Sportereignisse nicht übertragen konnte, weil diese alle ausfielen. Doch der Kunde hatte nun einmal genau wegen dieser Sportübertragungen das Sky-Abo abgeschlossen.
 
Laut der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. beschwerten sich auch durchaus „viele Pay-TV-Kunden, weil sie trotzdem den vollen Preis für die gebuchten Programmpakete zahlen mussten.“ Doch wer deshalb sein Sky-TV-Abonnement außerordentlich kündigen wollte, biss auf Granit: Sky TV weigerte sich die außerordentliche Kündigung zu akzeptieren, die Kunden mussten weiterzahlen. Obwohl sie nichts sahen (zumindest nicht das, was sie sehen wollten).

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Doch ein Kunde aus Schleswig-Holstein akzeptierte das nicht und klagte vor dem Münchner Amtsgericht. Der Mann hatte vor rund drei Jahren einen Vertrag bei der Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG aus Unterföhring bei München über den Empfang diverser Sportübertragungen via Sky TV abgeschlossen. Mitte März 2020 hatte der Schleswig-Holsteiner den Vertrag gekündigt. Eben mit der Begründung, dass viele Übertragungen im Rahmen von Sky Bundesliga, Sky Champions League, Grand Slam Turnier, Handball Bundesliga und Formel Eins Rennen wegen der Pandemie ausfallen würden. Das Medienunternehmen akzeptierte diese außerordentliche Kündigung zum Ende März 2020 aber nicht und verlangte weiterhin die volle Zahlung der monatlichen Abo-Gebühren.
 
Darauf beantragte der Sportfan beim zuständigen Amtsgericht München, dass dieses die Wirksamkeit seiner Kündigung feststellt. Das Gericht folgte tatsächlich der Argumentation des ehemaligen Sky-Abonnenten (Amtsgericht München, Oktober 2020, Aktenzeichen 114 C 13551/20). "Das Gericht sah in der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Ausfall diverser Sport-Übertragungen einen wichtigen Grund im Sinne von § 626 Abs. 1 BGB. Demnach konnte dem Kunden ein Festhalten an dem Vertrag nicht zugemutet werden", wie die Verbraucherschützer erläutern.

Aktueller Bezug könnte möglich werden!

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. rät: „Sollte es in der aktuellen Corona-Pandemie zu einem weiteren Ausfall großer Sportveranstaltungen kommen, können Kunden ihre Abos für Live-Übertragungen unter Umständen sogar kurzfristig kündigen.“

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