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Gerecht: Anbieter zahlt erst bei Verkauf

04.07.2006 | 14:05 Uhr |

Anders als bei einem Verlag, der nur bestimmte Werke herausbringt, die Profit versprechen, kann hier jeder selbst entscheiden, was er anbietet. Entsprechend bunt ist das Angebot, das derzeit noch von englischsprachigen Titeln dominiert wird. Neben fiktionalen Büchern tauchen vor allem wissenschaftliche und technische Bücher auf. In den Top 100 finden sich beispielsweise Bücher zu Suchmaschinenmarketing, Visual Studio .NET oder Programmierung mit Visual Basic. Das Faszinierende ist die Aktualität. Theoretisch kann ein Autor seinen Lesern so ein tagesaktuelles Buch präsentieren – praktisch etwa für die Dokumentation zu einer Software, bei der neue Funktionen hinzukommen oder Befehle abgeändert werden.

Die Bücher, genauer die Manuskripte, stellt jeder Autor selbst ins Netz – als Word-Dokument oder noch besser gleich als PDF. Der Dienst arbeitet mit allen gängigen Grafikformaten, unterstützt ein knappes Dutzend gängige Schriftarten. Bilder sollten in einer 300-dpi-Auflösung eingebunden werden. Der Einstellvorgang selbst ist recht einfach und wird durch einen Video-Assistenten unterstützt.

Im Unterschied zu kleineren Verlagen, die den Autor zunächst oft mit einem Druckkostenzuschuss zur Kasse bitten, verdient Lulu nur dann, wenn das Werk auch verkauft wird. „Das ist ein Risiko, aber ich glaube an die Idee und ich bin sicher, dass wir durch eine Mischkalkulation Erfolg haben können“, erklärt Young. Lediglich Dienste, die selbst Kosten verursachen, etwa die Vergabe einer ISBN-Nummer, damit ein Werk auch über den Buchhandel bezogen werden kann, sind gleich kostenpflichtig. Erst wenn das Werk bestellt wird, behält Lulu eine Provision von 20 % des Gewinns – wohl gemerkt: nicht des Gesamtpreises. Hat der Autor beispielsweise ein Honorar von 4 Euro festgelegt, liegt der Gesamtgewinn, der auf die Druckkosten draufgeschlagen wird, bei 5 Euro, die Provision bei 1 Euro. Damit ist Lulu deutlich billiger als Verlage, die gerade unbekannten Autoren nur wenige Prozent des Gewinns zugestehen.

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