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Geo-Blocking: EU untersucht Valve und weitere Publisher

08.04.2019 | 12:52 Uhr | René Resch

Die EU nimmt Valve und weitere Spiele-Publisher für Preis- und Geo-Blocking-Praktiken ins Visier. Es drohen hohe Strafen!

Bereits vor zwei Jahren hatte die EU angefangen Geschäftspraktiken von Valve im Steam-Store sowie weiteren Spiele-Publishern zu untersuchen und hatte dazu ein förmliches Kartellverfahren über die bilateralen Vereinbarungen eröffnet. Konkreter geht es um regionale Preis- und Geo-Blocking-Praktiken. Die EU kam nun dabei zu der „vorläufigen Auffassung“: Valve, Bandai Namco, Capcom, Focus Home, Koch Media sowie ZeniMax hindern Verbraucher daran, Videospiele grenzüberschreitend in anderen Mitgliedsstaaten zu kaufen. Innerhalb der EU-Staaten gilt Geo-Blocking jedoch als wettbewerbswidrig.

Das eigentliche Problem liegt dabei bei den Aktivierungsschlüssel für die jeweiligen Spiele. Wenn Spiele physisch gekauft werden, erhalten die Spieler meist Aktivierungsschlüssel, die eingegeben werden müssen, um die Spiele der Steam-Bibliothek hinzuzufügen. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Parteien sich bewusst für Geo-Blocking entschieden haben, damit in einigen Ländern wie der Tschechischen Republik, Estland, Ungarn oder Lettland, die verkauften Schlüssel in anderen Mitgliedsstaaten nicht funktionieren. So soll wohl umgangen werden, dass Spiele, die in diesen Ländern wegen des niedrigeren Pro-Kopf-Einkommens deutlich günstiger verkauft werden, von Spielern aus anderen Mitgliedsstaaten, wie beispielsweise Deutschland, zu einem günstigeren  Preis als in ihrem Heimatland gekauft werden können.

Hier verstoßen die Publisher aber gegen die EU-Vorschriften für den digitalen Binnenmarkt, die darauf abzielen, einen offenen Markt in der gesamten EU durchzusetzen. Weiterhin erklärte die Kommission, dass die Verlage auch gegen das Kartellrecht verstoßen haben, weil sie andere Händler bis auf Valve daran gehindert haben, PC-Spiele außerhalb bestimmter Mitgliedsstaaten zu verkaufen.

Bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes an Strafe drohen!

Die Publisher haben nun die Möglichkeit, auf die Vorwürfe zu reagieren. Wenn die Kommission danach immer noch bedenken hat, und glaubt, dass sie weiterhin gegen EU-Wettbewerbsregeln verstoßen, könnten sie gezwungen werden, ihre Vorgehensweise zu verändern. Auch Geldstrafen bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes sind seitens der EU denkbar.

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