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Gefrorener Riesen-Ozean ließ Pluto-Mond Charon aufplatzen

19.02.2016 | 11:57 Uhr |

Auf dem Pluto-Mond Charon gab es vielleicht einmal einen riesigen Ozean. Dafür will die US-Raumfahrtbehörde NASA Hinweise auf Fotos der Pluto-Sonde New Horizons gefunden haben, die die Oberfläche von Charon zeigen.

Die betreffende Stelle auf dem Pluto-Mond Charon hat bereits im Oktober letzten Jahres die Aufmerksamkeit der Astronomen erregt. Bereits damals war von der Möglichkeit eines unterirdischen Ozeans die Rede, der gefroren ist und bei der Ausdehnung des zu Eis gefrierenden Wassers die Oberfläche von Pluto aufgerissen hat. Dabei entstand ein tiefes Schluchtensystem. Diese Vermutung bestätigen nun neue Foto-Analysen. Das von der Pluto-Sonde New Horizons aufgenommene Foto zeigt die mindestens 1800 Kilometer lange Serenity-Schlucht, die auf der Höhe des Äquators von Charon liegt.

Charons Oberfläche war zum Zeitpunkt des Vorbeiflugs von New Horizons großenteils von Eis bedeckt. Die NASA-Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass diese jetzt gefrorenen Wassermassen zumindest in den tieferen Schichten einst flüssig waren, als Charon noch jünger war. Die dafür nötige Wärme hätten radioaktive Prozesse oder Charon selbst erzeugt. Charon hätte demnach unterirdische Ozeane besessen.

Als Charon dann im Lauf der Zeit abkühlte, gefroren diese Wassermassen zu Eis. Und dehnten sich dabei natürlich aus. Dabei rissen die Schluchten in der Kruste von Charon auf, die man heute auf den Fotos erkennen kann. Diese Schluchten sollen bis zu 7,5 Kilometer tief sein. Zum Vergleich: Der Grand Canyon im US-Bundesstaat Colorado ist an der tiefsten Stelle 1,6 Kilometer tief und insgesamt 446 Kilometer lang.

New Horizons nahm das besagte Foto mit seinem Long-Range Reconnaissance Imager (LORRI) auf. Ein Pixel auf dem Foto zeigt 394 Meter von der Charon-Oberfläche. Das Foto hat 386 Kilometer in der Länge und 175 Kilometer in der Breite von Charon erfasst. New Horizons war zirka 78.700 Kilometer von Charon entfernt, als das Foto am 14. Juli 2015 entstand.

Bis jetzt kennt man fünf Pluto-Monde: Charon, Nix, Hydra, Kerberos und Styx. Charon ist mit Abstand der größte der fünf Monde. Außerdem ist Charon der Pluto am nächst gelegene Mond mit der kürzesten Umlaufbahn.

Für die vielen Krater und Ebenen auf Charon gibt es bereits eine Reihe kurioser Namensvorschläge.

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