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Geforce RTX 3060: Verwirrende Angaben und keine Founders Edition

20.01.2021 | 09:52 Uhr |

Nach der Vorstellung der Nvidia Geforce RTX 3060 ist sich ein Boardpartner über die tatsächliche Speicherbandbreite der Grafikkarte uneins. Auch eine Founders Edition soll es nicht geben, sondern nur Custom-Designs der verschiedenen Hersteller.

Während der digitalen CES 2021 erfolgte auch die Vorstellung der Nvidia Geforce RTX 3060 mit so ziemlich allen technischen Details – wir berichteten. Doch ein Blick auf einige Boardpartner (sogenannte AIBs, also die Anbieter von Custom-Designs) zeigt, dass deren Angaben in Bezug auf die maximale Speicherbandbreite widersprüchlich sind. Auch beim Design der Grafikkarte selbst gibt es keine 100-prozentige Aussage: Eigentlich sind auch wir von einer Founders Edition ausgegangen, die von Nvidia selbst vertrieben wird. Ein neuer Bericht zeigt allerdings, dass es nur Partnermodelle geben wird.

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Verschiedene Speicherbandbreiten im Umlauf

Die AIBs haben bereits ihre Custom-Modelle der Nvidia Geforce RTX 3060 auf ihren Webseiten gelistet. Wie Videocardz.com aber herausgefunden hat, gibt es eine Diskrepanz bei den Angaben zur maximalen Speicherbandbreite: PNY (zum Modell) gibt 336 Gigabyte pro Sekunde an, während beispielsweise Palit die „eigentlichen“ 360 Gigabyte pro Sekunde listet. Auch die GPU-Taktraten von 1.624 und 1.852 MHz (Base/Boost) unterscheiden sich deutlich von den Spezifikationen anderer Boardpartner. Denn eigentlich liegen die Frequenzen bei 1.320 respektive 1.777 MHz.

Bei der PNY Geforce RTX 3060 12GB UPRISING Dual Fan Edition gibt der Hersteller abweichende Taktraten und Speicherbandbreiten an.
Vergrößern Bei der PNY Geforce RTX 3060 12GB UPRISING Dual Fan Edition gibt der Hersteller abweichende Taktraten und Speicherbandbreiten an.
© PNY

Videocardz geht davon aus, dass es sich bei den Werten von PNY vermutlich um eine noch nicht veröffentlichte RTX 3060 mit nur noch 6 GB VRAM handeln soll, von der gerüchteweise gesprochen wird. Hier hat sich wohl bei PNY ein Fehler eingeschlichen. Ob eine RTX 3060 6 GB tatsächlich erscheinen wird oder beispielsweise nur von OEMs in Fertig-PCs integriert wird, bleibt abzuwarten.

Teaser-Video zur RTX 3060 gibt Rätsel auf

Die findigen Kollegen von Videocardz haben auch rätselhafte Szenen im offiziellen Teaser-Video zur RTX 3060 entdeckt. Gezeigt wird zum einen eine Nvidia-GPU, bei der es sich um einen GA102 handelt, der in der RTX 3090 und 3080 zum Einsatz kommt – doch in der RTX 3060 integriert Nvidia eigentlich den GA106. Auch die Anzahl der Speichermodule um den Chip herum ist nicht korrekt und zeigen keine 12 GB VRAM. Wir gehen davon aus, dass es sich hier um eine reine Marketing-Sequenz handelt, die nichts mit der eigentlichen RTX 3060 zu tun hat.

Bei der GPU im Teaser-Video handelt es sich nicht um den GA106 der RTX 3060. Auch die Anzahl der Speichermodile um den Chip herum ist nicht korrekt.
Vergrößern Bei der GPU im Teaser-Video handelt es sich nicht um den GA106 der RTX 3060. Auch die Anzahl der Speichermodile um den Chip herum ist nicht korrekt.
© Nvidia

Zum anderen wird auch eine gerenderte Grafikkarte gezeigt, die wohl am ehesten einer RTX 3060 Founders Edition nahekommt: Eine Karte mit Blower-Kühl-Design ohne PCI-Express-Stromanschlüsse (was bei einer TDP von 170 Watt nicht möglich ist) und den für die Founders Editions der RTX-30-Serie so typischen Lamellen-Design an der Oberseite der Karte. Eine entsprechende Grafik ist auch auf der offiziellen Produkt-Webseite zu sehen.

Doch wie die französischen Webseite Cowcotland erfahren haben will, wird es doch keine Founders Edition von der RTX 3060 geben. Stattdessen wird es nur Custom-Designs der Boardpartner zum Marktstart geben. Dafür sprechen auch die offiziellen Pressedecks, die den Journalisten von Nvidia zur Verfügung gestellt wurden, denn auch darin befindet sich keine Founders Edition.

Die Nvidia Geforce RTX 3060 soll Ende Februar 2021 ab 319 Euro erhältlich sein. Dann wird sich zeigen, ob die Mutmaßungen stimmen.

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