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Geforce Now: Nvidia entfernt Activision-Blizzard-Spiele

12.02.2020 | 08:43 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Nvidia muss auf Drängen des Publishers alle Spiele von Activision Blizzard bei Geforce Now entfernen.

Update, 12.2.2020: Knapp einer Woche nach dem öffentlichen Start von Geforce Now muss Nvidia eine wichtige Änderung vornehmen. Wie Nvidia im Geforce-Now-Forum mitteilt , müssen alle Spiele von Activision Blizzard vom Dienst entfernt werden. Der Publisher habe dies gefordert. Ein genauer Grund wird allerdings nicht genannt. In der Mitteilung bedauert Nvidia diese Entwicklung und äußert die Hoffnung, dass die Spiele von Activision Blizzard in der Zukunft wieder bei Geforce Now verfügbar gemacht werden können. Abschließend verweist Nvidia darauf, dass Geforce Now über 1.500 Spiele unterstütze und es viele Entwickler gäbe, die um die Aufnahme ihrer Titel bei dem Dienst gebeten hätten. Wie gewohnt soll regelmäßig die Unterstützung neuer Spiele hinzugefügt werden. Update Ende

Nvidia beendet die langwierige Beta-Phase für seinen Game-Streaming-Dienst Geforce Now und bläst seit ein paar Tagen zum Angriff auf Googles Stadia. Von der Gamer-Perspektive betrachtet hat Geforce Now das interessantere Konzept und ist auch gratis beziehungsweise günstiger.

GeForce Now ist nach einer langen Beta-Phase jetzt offiziell gestartet. Das Besondere: Den Cloud-Game-Streamingdienst von Nvidia gibt es auch in einer kostenlosen Variante. GeForce Now berechnet die Spiele-Grafik komplett in der Cloud, also in Hochleistungs-Rechenzentren von NVIDIA, und überträgt den Bildschirminhalt auf nahezu jedes beliebige Gerät, auch auf Smartphones oder altersschwache PCs. Neben der Gratis-Variante von GeForce Now gibt es auch eine Founders Edition für 5,49 Euro im Monat. Welche Vorteile sie bietet und warum Geforce Now jetzt schon besser als Google Stadia ist, zeigen wir Euch in diesem Video.

► Alle Infos zum Nachlesen:
www.pcwelt.de/2484553

Im Gegensatz zu Googles Stadia können bei Geforce Now  bereits im Besitz des Spielers befindlichen Steam-Spiele oder Spiele bei anderen Distributionsplattformen (Epic Games Store, Battle.net, Uplay, etc) direkt per Streaming gespielt werden. Die Spiele müssen also nicht extra für die Nutzung in Geforce Now neu gekauft werden. Die Spielstände landen wie gewohnt in der Cloud.

Auf diesen Plattformen kann Geforce Now genutzt werden
Vergrößern Auf diesen Plattformen kann Geforce Now genutzt werden
© Nvidia

Grundversion gratis – Founders-Abo für nur 5,49 Euro/Monat

Die Grund-Version von Geforce Now ist gratis erhältlich. Eine Spielesession darf hier maximal eine Stunde dauern. Anschließend muss eine neue Verbindung zum Geforce-Now-Server aufgebaut werden. Diese Einschränkung entfällt bei der Founders-Variante für 5,49 Euro pro Monat in den ersten 12 Monaten, hier kann also länger am Stück gespielt werden – nämlich bis zu sechs Stunden. Hinzu kommt das Extra „RTX On“, mit dem die Raytracing-Unterstützung für Spiele, die dieses Feature unterstützen, aktiviert wird. Außerdem kriegen Founders-Mitglieder einen bevorzugten Zugriff auf die Geforce-Now-Server.

Im Gespräch mit PC-WELT betonte Nvidia aber auch, dass die 5,49 Euro/Monat nur ein Einführungsangebot für die ersten 15 Monate sind. Nach Hinterlegung der Zahlungsdaten kann Geforce Now Founders zunächst 90 Tage gratis getestet werden – erst danach starten die 12 Monate. Wie hoch der Preis nach Ablauf der insgesamt 15 Monate ausfallen wird, verrät Nvidia derzeit noch nicht.

Während der Beta wurde der Dienst laut Angaben von Nvidia von über 300.000 Testern über 70 Millionen Stunden in 30 verschiedenen Ländern in Nordamerika und Europa getestet. Alle Beta-Konten werden nun zum Start von Geforce Now in Standard-Gratis-Konten umgewandelt.

Geforce Now Founders kostet in Deutschland 5,49 Euro / Monat
Vergrößern Geforce Now Founders kostet in Deutschland 5,49 Euro / Monat
© Nvidia

1080p-Gaming mit 60+ fps

Geforce Now ist für Windows-PCs, Macs, Nvidias Shield und Android-Geräte verfügbar. In der Cloud erhält der Spieler einen Gaming-PC, dessen Grafikkarte auf dem Niveau einer Geforce RTX 2080 ist. Später im Jahr will Nvidia auch eine Geforce-Now-App für Chromebooks anbieten.

Mit Geforce Now können damit Spiele selbst auf schwachen Rechnern mit bester Leistung gespielt werden. Alternativ werden ein Mac, Smartphone oder Nvidias Shield zu leistungsstarken PC-Spielemaschinen.

Geforce Now unterstützt zum Start Full-HD-Gaming mit 60+ Bildern pro Sekunde. Theoretisch, so Nvidia, sei von den Servern aus auch 4K-Gaming möglich, wodurch sich aber die benötigte Bandbreite erhöhen würde. Wir gehen aber davon aus, dass die Auflösung später noch erhöht werden wird. Der Sound wird in Stereo und auch in 5.1 übertragen. Für den Stream des Bildes des Spiels von den Servern zum Client nutzt Nvidia die Codecs H.264 oder H.265.

Beim Streaming werden um die 20 Mbps und bis maximal 30 Mbps bei RTX-Spielen benötigt. Nvidia empfiehlt aber zusätzlich einen Puffer von 15 Mbps, um die Spiele möglichst flüssig spielen zu können.

In diesen Regionen startet Geforce Now - in Deutschland stehen die Geforce-Now-Server an zwei Standorten
Vergrößern In diesen Regionen startet Geforce Now - in Deutschland stehen die Geforce-Now-Server an zwei Standorten
© Nvidia

Mit der Zeit will Nvidia den Dienst Geforce Now weiter verbessern. Zum Start kommt die Raytracing-Unterstützung hinzu, die in der bisherigen Beta noch nicht verfügbar war. Die Founders-Mitglieder erhalten sofort den Zugriff auf diese RTX-Funktion, die natürlich auch entsprechende RTX-Spiele voraussetzt.

Geforce Now: Eigene Spielebibliothek kann verwendet werden

Die Spielebibliothek von Geforce Now enthält mehr als 1.000 Spiele, die über die Cloud direkt gespielt werden können. Die Sammlung wird fortwährend erweitert, so dass auch neue Titel schnell verfügbar sind.

Mit Geforce Now können  die im Besitz des Spielers befindlichen Games einfach weiterhin gespielt und die bestehenden Bibliotheken weiter ausgebaut werden. Wer also beispielsweise Project Cars 2 auf Steam gekauft hat, der kann das Spiel auch direkt über Geforce Now spielen. Ein Download ist nicht notwendig und Nvidia kümmert sich auch darum, dass in der Cloud immer die aktuelle Version des Spiels und die dazugehörigen Game-Ready-Treiber verwendet werden.

Spiele, die nicht direkt in der Geforce-Now-Bibliothek sind, können derzeit noch nicht über Geforce Now gespielt werden: Sie können zwar in Geforce Now den Steam-Client aufrufen und versuchen, ein nicht in der Geforce-Now-Bibliothek befindliches Spiel manuell auf dem Cloud-PC zu installieren, in den meisten Fällen erscheint dann aber eine Fehlermeldung über die fehlende Unterstützung.

Fazit: Spiele-Streaming bleibt der Trend in der Spielelandschaft

Mit Geforce Now betritt nun ein weiterer Spiele-Streaming-Anbieter den boomenden Markt und das mit einem deutlich besseren Konzept als Googles Stadia. Wir haben Geforce Now während fast der gesamten Beta-Phase begleitet und sind weiterhin beeindruckt, wie gut Spiele-Streaming bereits funktioniert. Eine entsprechend flotte Internet-Verbindung natürlich vorausgesetzt.

Die Möglichkeit, die bereits im Besitz befindlichen Spiele über Geforce Now direkt nutzen zu können, ist ein großes Plus. Der Geforce-Now-Nutzer nutzt damit die echt in seinem Besitz befindlichen Spiele. Im Gegensatz zu Google Stadia, wo die Spiele extra gekauft werden müssen und deren Besitz an der Existenz von Stadia gekoppelt ist.

Die Gratis-Variante von Geforce Now bietet die Möglichkeit, den Dienst schon mal ohne Risiko anzutesten, um dann zu entscheiden, ob man bereit ist, für 5,49 Euro pro Monat auf die Founders-Edition zu wechseln, wo dann die RTX-Unterstützung aktiviert wird.

Wir sind gespannt, wie Nvidias Server mit dem zu erwartenden Ansturm zurecht kommen werden und wie lang die Warteschlangen sein werden, ehe man auf den Servern auch spielen kann.

Mehr Infos zu Geforce Now finden Sie hier bei Nvidia.

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