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Gefährliche Asteroiden mit Kabel einfangen: Astronomen wollen die Erde retten

20.06.2020 | 12:31 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wissenschaftler entwickeln eine neue Abwehrmethode für Killerasteroiden, die der Erde gefährlich werden könnten: Sie sollen diese Asteroiden festbinden.

Wenn in Science-Fiction-Filmen oder in Stammtischdiskussionen von der Abwehr gefährlicher Asteroiden die Rede ist, dann fallen meist Begriffe wie „sprengen“, „Raketen“ oder „Atomwaffen“ und man hat Bruce Willis aus dem Film Armageddon vor Augen. Mit anderen Worten: Der im Anflug befindliche Felsbrocken soll gesprengt oder durch eine Explosion zumindest in seiner Flugbahn verändert werden.

Doch laut einem Bericht von Dailymail entwickeln Forscher der University of Central Florida ein neues Abwehrverfahren: Die gefährlichen Asteroiden sollen mit sehr langen Kabeln an kleinere kosmische Objekte angebunden und so von ihrer für die Erde potenziell gefährlichen Flugbahn abgelenkt werden.

Hierzu müsste rechtzeitig ein Raumschiff von der Erde starten und mit den auszulegenden Kabeln Richtung Asteroid fliegen. Mit den Kabeln soll dann der Asteroid, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet, mit einem anderen, kleineren Asteroiden verbunden werden. Dieser andere Asteroid soll dann den gefährlichen Asteroiden ein klein wenig aus dessen ursprünglicher Flugbahn ziehen. Schon mit einer minimalen Abweichung wäre so die Erde zu retten.

Die Astronomen haben ein derartiges „Abschleppverfahren“ am Beispiel des Asteroiden Bennu bereits theoretisch durchgespielt. Allerdings nur in einer Computersimulation. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass dieses Asteroiden-Abwehr-Verfahren wohl durchführbar sei.

Bennu wählten die Forscher unter anderem deshalb aus, weil er als potenziell gefährlich gilt und der Erde relativ nah kommt. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts könnte Bennu sich der Erde besonders stark nähern und dann könnten die Forscher ihr Schutzsystem mit den Kabeln ausprobieren, falls Bennu tatsächlich gefährlich werden sollte. Dazu müsste natürlich erst einmal ein anderer Asteroid in relativer Nähe gefunden werden, mit dem man Bennu verbinden könnte.

Der Asteroid Bennu wird bereits intensiv von Weltraumwissenschaftlern beobachtet. Mehr zu Bennu lesen Sie in diesen Meldungen:

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