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Gartner beurteilt Reifegrad neuer IT-Techniken

10.08.2006 | 12:28 Uhr | Christian Löbering

Die zweite Kategorie der Trendthemen, das Real World Web, hob Gartner schon in seinem Hype Cycle 2005 hervor. Hier geht es um die Verknüpfung des Web-Potenzials mit realen standortbezogenen Applikationen. Als Anwendungsbeispiele nennen die Analysten die Steuerung von Außendienstmitarbeiter, das Flotten-Management und die Warenlogistik. Seinen technischen Ausdruck findet dieser Bereich etwa im Global Positioning System (GPS) mit seinen Varianten, in Navigationsgeräten oder im WLAN-Equipment. Dieser Markt befindet sich laut Gartner noch in einer frühen Adaptionsphase, wobei Europa aufgrund der besseren Mobilfunkabdeckung und einer höheren Standardisierung leicht vor den USA liegt.

Das Thema Service-orientierte Architekturen (SOA) wird die Unternehmen laut Gartner ebenfalls nachhaltig beschäftigen. Als Technikvertreter für SOAs werden ereignisgesteuerte (Event-driven) und modellgetriebene (Model-driven) Architekturen genannt. Beide haben auf der Hype-Kurve den Gipfel der "übertriebenen Erwartungen" noch vor sich und werden fünf bis zehn Jahre brauchen, bis von einer verbreiteten produktiven Nutzung die Rede sein kann. Unter einer EDA verstehen die Analysten eine Softwarelandschaft, in der Programmfunktionen gekapselt vorliegen und sich flexibel zu Geschäftsobjekten oder Anwendungskomponenten verknüpfen lassen. Ihr Aufruf erfolgt über Message-Trigger und kann von anderen Applikationskomponenten, Adaptern oder Softwareagenten ausgelöst werden. Beispiele für frühe EDA-Implementierungen gebe es bereits, so etwa im Finanzwesen, der Telekommunikationsbranche und in der Logistik von Lieferketten.

Mit der Model-driven Architecture mahnt Gartner die Unternehmen erneut, sich mit einem lange verfügbaren Standard der Object Management Group (OMG) zu beschäftigen. Denn in Zeiten der Serviceorientierung sei es besonders wichtig, Geschäftsmodelle mit seinen Funktionen, Regeln und Rollen anhand von Modellierungsstandards wie der Unified Modeling Language (UML) zu entwerfen - und zwar losgelöst von der späteren technischen Implementierung. Erst auf diesem Weg sollen sich SOA-Konzepte in die Praxis umsetzen lassen. (ue)

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