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Galaxy S10: Fingerabdruck-Bug wird bald behoben

18.10.2019 | 15:33 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Der Fingerabdruck-Schutz des Galaxy S10 kann mit jedem Fingerabdruck umgangen werden. Update: Samsung-Statement.

Update, 18.10.2019, 15:30 Uhr: Wir haben dem Artikel noch ein Statement von Samsung Deutschland hinzugefügt. Darin kündigt Samsung für nächste Woche ein Update für alle betroffenen Galaxy-Geräte an und empfiehlt den Nutzern anschließend, den Fingerabdruck neu einzulesen. (Update Ende)

Samsung hat eingeräumt, dass der Fingerabdrucksensor beim Galaxy S10 aufgrund eines Fehlers nicht korrekt arbeitet. Ein entsprechend gesichertes Smartphone könne dadurch durch jeden auch nicht registrierten Finger entsperrt werden. Den Fehler will Samsung nun schon bald mit einem Software-Update beheben, wie die BBC in ihrer Online-Ausgabe meldet.

Peinlich ist dies für Samsung, weil es die Fingerabdruck-Authentifizierung des Galaxy S10 bei der Vorstellung des Geräts noch als "revolutionär" bezeichnet hatte. Unterm dem Display befindet sich ein Sensor, der Ultraschallsignale sendet, die den Fingerabdruck des Nutzers erkennen.

Samsung Galaxy S10 und S10+ im PC-WELT-Test

Entdeckt wurde der Fehler von einer Britin, die ihr Galaxy S10 entsprechend mit ihrem Fingerabdruck geschützt hatte und dann erstaunt feststellen musste, dass ihr Mann dennoch das Gerät mit seinem, nicht registrierten Fingerabdruck entsperren konnte. Ursache dafür war eine Billig-Display-Folie, mit der die Britin den Bildschirm des Geräts vor Kratzern schützen wollte. Zwischen einigen Display-Folien und dem Bildschirm entsteht eine durch Luft gefüllte Lücke, die offenbar dafür sorgt, dass der Fingerabdrucksensor nicht mehr korrekt arbeiten kann. Der Ultraschallsensor kann den Fingerabdruck dann nicht mehr genau erkennen und das entsprechend geschützte Smartphone kann dann mit jedem beliebigen Fingerabdruck entsperrt werden.

Bis zur Veröffentlichung des Updates sollte das Galaxy S10 nicht per Fingerabdruck vor fremden Zugriffen geschützt werden. Es empfiehlt sich also, den PIN-Schutz in den Sicherheitseinstellungen zu aktivieren, um das Gerät wirksamer zu schützen.

Samsung Deutschland äußerst sich gegenüber PC-WELT mit folgendem Statement zu dem Bug:

Bei Geräten, auf die bestimmte Silikon-Schutzhüllen angebracht wurden, erkennt der Sensor dreidimensionale Muster auf der Hülle als Fingerabdruck des Nutzers und entsperrt das Smartphone. Um das zu vermeiden, empfehlen wir Nutzern des Galaxy Note10 | 10+ und Galaxy S10 | S10+ | S10 5G, die solche Schutzhüllen nutzen, die Hüllen zu entfernen, alle auf dem Gerät gespeicherten Fingerabdrücke zu löschen und im Anschluss erneut zu registrieren.    Ein Softwareupdate ist für kommende Woche geplant. Bis dahin empfehlen wir, auf diese Art von Schutzhüllen zu verzichten. Sobald das Update installiert wurde, sollten Nutzer ihren Fingerabdruck vollständig scannen, sodass alle Teile der Fingerkuppe, einschließlich der Mitte und der Seiten, erfasst werden können. Wir danken unseren Nutzern für ihre Geduld und sind bestrebt, die Nutzungserfahrungen mit Samsung Produkten und Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern.

Generell empfiehlt es sich auch, ein Smartphone nur mit Hüllen und Display-Schutzfolien zu verwenden, die auch für das entsprechende Gerät geeignet sind. Samsung selbst verlangt für eine passende Display-Schutzfolie 19,90 Euro, aber es gibt auch günstigere, kompatible Varianten von anderen Herstellern.

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