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GJ 357 d: Forscher entdecken Planeten, auf dem Leben möglich sein könnte

02.08.2019 | 12:59 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Astronomen haben einen Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, auf dem Leben möglich sein könnte.

Astronomen haben einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, auf dem Leben möglich sein könnte. Von der Erde dorthin zu reisen, ist mit den derzeit zur Verfügung stehenden Techniken unmöglich, denn der als GJ 357 d bezeichnete Exoplanet (ein planetarer Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems, aber innerhalb der Gravitation eines anderen Sterns) ist sehr, sehr weit von Mutter Erde entfernt. GJ 357 d ist aber deshalb so spannend, weil auf ihm Wasser existieren könnte. Und wo Wasser ist, da ist in der Regel auch Leben.

Die Forscher, unter denen sich auch Astronomen der Universität Göttingen befinden, entdeckten zunächst den Exoplanten GJ 357 b im Februar 2019 mit Kameras des Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) der US-Raumfahrtorganisation Nasa. Als sie diesen Exoplaneten genauer untersuchten und dabei auch Daten von der Europäischen Südsternwarte und dem Campanas-Observatorium in Chile sowie vom Keck-Observatorium in Hawaii und vom Calar Alto-Observatorium in Spanien verwendeten, spürten die Wissenschaftler noch zwei weitere Exoplaneten auf: GJ 357 c und GJ 357 d. Alle diese drei Exoplaneten drehen sich um den Stern GJ 357, der von der Erde 31 Lichtjahre entfernt ist. Von der Erde aus gesehen befindet sich GJ 357 im Sternbild Hydra/Wasserschlange. GJ 357 besitzt rund ein Drittel der Masse und Größe unserer Sonne.

Künstlerische Darstellung des Planeten GJ 357 d.
Vergrößern Künstlerische Darstellung des Planeten GJ 357 d.
© NASA's Goddard Space Flight Center/Chris Smith

Im Unterschied zu GJ 357 d ist GJ 357 b (eine so genannte „heiße Erde“, die etwa 22 Prozent größer ist als die Erde, vielleicht auch doppelt so groß) ein eher unwirtlicher Geselle: Auf seiner Oberfläche ist es vermutlich 250 Grad heiß. Auch GJ 357 c (mit einer Masse, die mindestens dem 3,4-Fachen der Erde) ist nicht unbedingt der Traum eines Besuchers, denn auch dort herrscht mit 130 Grad Celsius eine Bullenhitze, wie die Astronomen errechnet haben.

Auf GJ 357 d ist es dagegen minus 53 Grad Celsius kalt; er ist von GJ 357 weiter entfernt als GJ 357 b und GJ 357 c. Doch mit einer derartigen Gleichgewichtstemperatur ist je nach Dichte seiner Atmosphäre Wasser und damit Leben möglichen. Nämlich dann: wenn der Exoplanet sich mit Hilfe seiner Atmosphäre derart stark erhitzt, dass sein Eis schmilzt. Die spannende Frage ist nun, ob GJ 357 d eine dichte Atmosphäre besitzt.

Diese Zeichnung zeigt das GJ 357-System.
Vergrößern Diese Zeichnung zeigt das GJ 357-System.
© NASA's Goddard Space Flight Center/Chris Smith

GJ 357 d hat eine Masse von mindestens dem 6,1-fachen der Erde und umkreist GJ 357 alle 55,7 Tage in einem Abstand von etwa 20 Prozent der Entfernung zwischen der Erde und der Sonne. Alle genannten Temperaturen sind berechnet und nicht gemessen. Zum Vergleich: Auf der Erde herrscht eine Gleichgewichtstemperatur von derzeit rund 15 Grad.

„GJ 357 d befindet sich am äußeren Rand der bewohnbaren Zone seines Sterns, wo er von seinem Stern etwa die gleiche Menge an Sternenenergie erhält wie der Mars von der Sonne“, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. „Wenn der Planet eine dichte Atmosphäre hat, die in zukünftigen Studien bestimmt werden muss, könnte er genügend Wärme einfangen, um den Planeten zu erwärmen und flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche zuzulassen.“

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