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GEMA lässt boerse.to bei Vodafone und 1&1 sperren

08.04.2019 | 10:35 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Gema hat durchgesetzt, dass Kunden von Vodafone und 1&1 nicht mehr auf die Tauschbörse Boerse.to zugreifen dürfen.

Die Kunden von Vodafone dürfen seit Ende März nicht mehr auf die Website der Tauschbörse Boerse.to zugreifen. Über das Forum auf der Website werden illegale Downloads verbreitet. Bei einem Aufruf erscheint ein Hinweis, dass der Zugriff auf die Website aufgrund eines "urheberrechtlichen Anspruchs" nicht mehr möglich sei.

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hat die Musik-Verwertungsgesellschaft GEMA diese Sperre durchgesetzt. Betroffen sind um die 25 Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden von Vodafone und Anbieter, die das Vodafone-Netz nutzen, wie etwa 1&1, Kabel Deutschland und Otelo. Erreicht wird die Sperre über eine DNS-Umleitung entsprechender Anfragen.

Die Website Tarnkappe.info meldet , dass Vodafone von der GEMA eine "Notifzierung" erhalten habe und deshalb die Sperre durchgeführt habe. Man habe seitens Vodafone einen Rechtsstreit vermeiden wollen. Vodafone habe so handeln müssen, weil es der GEMA im Vorfeld nicht gelungen sei, die Betreiber von Boerse.to ausfindig zu machen, um diese dann zur Einstellung der Urheberrechtsverletzungen aufzufordern. Tatsächlich finden sich auf Boerse.to viele Links, die zu urheberrechtlich geschützten Filmen und Musikstücken führen.

Nachdem die GEMA selbst nicht erfolgreich gegen Boerse.to vorgehen konnte, sei Vodafone aufgefordert worden zu handeln. Und Vodafone habe dann im "Einklang mit den vom Bundesgerichtshof festgelegten Grundsätzen" die DNS-Sperre durchgeführt.

Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 2018 kann auch ein Dienst, der den Zugang zu einer Seite die Urheberrechtsverletzungen begeht, haftbar gemacht werden, wenn der Rechteinhaber alle Anstrengungen unternommen hat, die Betreiber der Seite zu finden.

Zumindest 1&1 hat bereits eine Beschwerde vor Gericht gegen die nun von der GEMA veranlasste Sperre eingereicht. Das Netz der Telekom ist bisher nicht betroffen. Allerdings: Da es sich "nur" um eine DNS-Sperre handelt, kann diese auch beispielsweise über VPN umgangen werden.

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