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GDDR6-Speichermangel verschärft schlechte Verfügbarkeit von Grafikkarten

09.12.2020 | 15:40 Uhr | Michael Schmelzle

Die katastrophal schlechte Verfügbarkeit von Grafikkarten wird sich noch weiter verschärfen: Es fehlt an GDDR6-Videospeicher!

Es kommt jetzt zu der absurden Situation, das AMD und Nvidia zwar ausreichend Grafikprozessoren produzieren - aber die Grafikkarten-Hersteller können ihre Modelle nicht ausliefern, weil es an GDDR6-Videospeicher mangelt. Betroffen sind insbesondere Karten mit den AMD-GPUs Radeon RX 6800, 6800 XT und 6900 XT sowie den Nvidia-Chips Geforce RTX 3060 Ti und 3070. Betroffen sind zudem fast alle Modelle der Vorgänger-Generationen AMD Radeon RX 5000 sowie Nvidia Geforce RTX 2000. Das geht aus einem Bericht der französischen Hardware-Site " cowcotland " hervor.

Doch es kommt noch schlimmer: Laut dem Bericht sollen sich die Lieferengpässe bei GDDR6-Videospeicher bis ins zweite Quartal 2021 ziehen, sodass frühestens im April nächsten Jahres mit einer Entspannung der Situation zu rechnen ist. Besser sieht die Lage bei GDDR6X-Videospeicher aus, den der Chip-Hersteller Micron exklusiv für die Nvidia-Chips Geforce RTX 3080 und 3090 herstellt. Das deckt sich auch mit unseren Marktbeobachtungen: Zahlreiche Online-Versandhändler bieten regelmäßig kleine Lieferungkontingente der beiden Grafikkarten-Modelle an - wenn auch nach wie vor zu hohen Preisen.

Als Grund für die schlechte Liefersituation von GDDR6-Videospeicher macht der Bericht interessanterweise nicht die Corona-Pandemie verantwortlich, die sicherlich auch die Produktion beeinträchtigt, sondern die große Nachfrage. Grafikkarten sind aktuell so heiß begehrt, dass die Chip-Schmieden zusätzliche Kapazitäten aufbauen müssen, um die Nachfrage befriedigen zu können. Und da sich Produktionsprozesse nicht in Wochen, sondern eher in Monaten spürbar hochfahren lassen, ist wohl erst im zweite Quartal 2021 Besserung in Sicht.

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