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Für Full-HD-Gamer: AMD kündigt Radeon RX 6600 XT als Konkurrenz zur RTX 3060 an

30.07.2021 | 05:30 Uhr | Sebastian Schenzinger

AMD kündigt mit der Radeon RX 6600 XT den fünften Ableger der RDNA-2-GPUs für den 11. August an. Aus Performance-Sicht soll die Grafikkarte vor ihrem direkten Konkurrenten, der RTX 3060, liegen und in erster Linie Full-HD-Gamer ansprechen. Die UVP fällt aber auch ein gutes Stück höher aus.

AMD hat im Zuge der ChinaJoy (zur Webseite)  mit der Radeon RX 6600 XT eine neue Grafikkarte auf Basis der RDNA-2-Architektur angekündigt, die das bestehende Line-Up nach unten hin abrunden soll. So richten sich die RX 6900 XT (zum Testbericht) und die RX 6800 XT (zum Testbericht)  in erster Linie an 2160p-Gamer, währenddessen die RX 6800 (zum Testbericht) und die RX 6700 XT (zum Testbericht) die 1440p-Auflösung bedienen sollen. Der jüngste Zuwachs soll vor allem Full-HD und kompetitive Spieler ansprechen und Konkurrenz für Nvidias RTX 3060 (zum Testbericht) bieten. Im direkten Vergleich soll gemäß AMD nicht nur die Performance, sondern auch der Preis höher ausfallen. 

Technische Spezifikationen der RX 6600 XT

Die AMD Radeon RX 6600 XT setzt mit dem Navi 23 Grafikchip auf den bisher kleinsten Ableger der RDNA-2-Architektur. Auf dem Chip sitzen 11,1 Milliarden Transistoren, was einer Zunahme von knapp acht Prozent gegenüber dem direkten Vorgänger, der RX 5600 XT, entspricht. Die Größe des Navi 23 dürfte mit - noch unbestätigten - 237 mm 2 jedoch etwas kleiner ausfallen. Damit würde sich die Package-Dichte um 14 Prozent erhöhen, obwohl die Fertigung nach wie vor in TSMCs 7nm-Prozess erfolgt. Die Grafikkarte setzt wie erwartet auf eine PCIe 4.0 Schnittstelle, allerdings sind nur acht der 16 möglichen Lanes auch angebunden. Laut AMD kann die RX 6600 XT von einer höheren Bandbreite nicht profitieren.

Technische Spezifikationen der RX 6600 XT
Vergrößern Technische Spezifikationen der RX 6600 XT
© AMD

Die GPU verfügt über 2048 Shader-Einheiten und 32 Ray Accelerators. Dazu gesellen sich 8 GB GDDR6-Videospeicher, der mit 16 Gbps taktet und an ein 128-bit Speicherinterface angebunden ist. Die Speicherbandbreite liegt damit bei geringen 256 GB/s, erhöht sich jedoch durch den 32 MB großen Infinity-Cache, der mit 1,9 GHz taktet. Zum Basistakt gibt es bisher noch keine Informationen, der Game-Clock soll bei 2359 MHz liegen. Gemäß AMD soll es für die RX 6600 XT keine Referenzdesign geben, die meisten Custom Designs sollen jedoch über eine TGP von 160 Watt und einen zusätzlichen 8-Pin-Stromanschluss verfügen. In der folgenden Tabelle haben wir Ihnen die technischen Daten zusammengefasst:

Grafikkarte

AMD Radeon RX 6700 XT

AMD Radeon RX 6600 XT

AMD Radeon RX 5700 XT

AMD Radeon RX 5600 XT

GeForce RTX 3060 Ti

GeForce RTX 3060

Codename

Navi 22

Navi 23

Navi 10 XT

Navi 10 XLE

GA104

GA106

Architektur

RDNA 2

RDNA 2

RDNA

RDNA

Ampere

Ampere

ALUs

2560

2048

2560

2304

4864

3584

Tensor Cores

n.a.

n.a.

n.a.

n.a.

152 (3rd Gen)

112 (3rd Gen)

RT Cores/ Ray Accelerators

40

32

n.a.

n.a.

38 (2nd Gen)

28 (2nd Gen)

GPU-Basistakt

2321

-

1605

1130

1410

1320

GPU Game-Clock (MHz)

2424

2359

1905

1375

1665

1777

Videospeicher

12 GB GDDR6

8 GB GDDR6

8 GB GDDR6

6 GB

8 GB GDDR6

8 GB GDDR6

Speicher-Interface

192-bit

128-bit

256-bit

192 bit

256-bit

192-bit

Speichertakt

16 Gbps

16 Gbps

14 Gbps

14 Gbps

14 Gbps

15 Gbps

Speicherbandbreite

384 GB/s

256 GB/s

448 GB/s

288 GB/s

448 GB/s

360 GB/s

ROPs

64

~ 64

64

64

80

48

PCIe-Anschlüsse

1x 8-Pin, 1x 6-Pin

1x 8-Pin

1x 8-Pin, 1x 6-Pin

1x 8-Pin

1x 12-Pin

1x 8-Pin

TGP

230 W

160 W

225 W

150 W

200 W

170 W

Transistor-Anzahl

17,2 Mrd.

11,1 Mrd.

10,3 Mrd.

10,3 Mrd.

17,4 Mrd.

13,25 Mrd.

Die-Größe

336 mm2

~ 237 mm2

251 mm2

251 mm2

392,5 mm2

276 mm2

Fertigungsprozess

7nm TSMC

7nm TSMC

7nm TSMC

7nm TSMC

8nm Samsung

8nm Samsung

UVP des Herstellers

479 €

379$

419 €

299 €

419 €

329 €

Ist die RX 6600 XT schneller als die RTX 3060?

AMD verfolgt mit der Radeon RX 6600 XT zwei Ziele: Einerseits Besitzer einer älteren Grafikkarte - wie der nach wie vor beliebten GTX 1060 - zum Upgrade zu bewegen, und andererseits die bessere Alternative zur RTX 3060 im Portfolio zu haben. Um potenzielle Käufer von einem Upgrade zu überzeugen, lässt AMD Zahlen sprechen: So soll die RX 6600 XT mit aktiviertem Smart Access Memory  in fünf getesteten Spielen in 1080p-Auflösung bei höchsten Spieldetails um Faktor 2,2 bis 2,5 vor der GTX 1060 liegen. Den direkten Vorgänger, in Form der RX 5600 XT, soll die RX 6600 XT in Full-HD je nach Spiel um 40 bis 70 Prozent hinter sich lassen können. Auch hier ist SAM beim direkten Vergleich wieder aktiv. Wie immer weisen wir bei der folgenden Bildergalerie darauf hin, dass es sich bei den Vergleichen um Messwerte von AMD und keinen unabhängigen Test handelt:

Interessant ist dann vor allem der Vergleich mit Nvidias RTX 3060 in aktuellen AAA-Titeln wie Assassin's Creed Valhalla oder Cyberpunk 2077. Auch hier setzt AMD für die Messungen auf eine 1080p-Auflösung und höchste Spieldetails. Laut den angegebenen Werten soll die RX 6600 XT ihren Konkurrenten im Schnitt um 15 Prozent schlagen können und dürfte sich leistungstechnisch damit ziemlich mittig zwischen der RTX 3060 und der RTX 3060 Ti (zum Testbericht) einordnen. Das gilt jedoch nur für die Rasterisierungs-Performance. Einem direkten Vergleich beim Raytracing geht AMD wie gehabt aus dem Weg und stellt nur ein paar Messwerte in Godfall, Resident Evil: Village und The Riftbreaker mit aktiviertem Raytracing in den unterschiedlichen FSR-Stufen (zum Artikel) zu Verfügung.

Unser Grafikkartenvergleich (zum Artikel)  zeigt, dass AMD es in dieser Disziplin nicht mit der Konkurrenz aufnehmen kann, das dürfte auch für den Vergleich zwischen der RX 6600 XT und der RTX 3060 gelten.

Preis und Verfügbarkeit

Die RX 6600 XT soll ab dem 11. August erhältlich sein.
Vergrößern Die RX 6600 XT soll ab dem 11. August erhältlich sein.
© AMD

Entgegen der bisherigen RX-6000-Modelle will AMD von der RX 6600 XT kein Referenzdesign anbieten und hat damit keinen direkten Einfluss auf die Preise der Händler. Die offizielle UVP für die RX 6600 XT gibt der Hersteller mit 379 US-Dollar an, wir gehen davon aus, dass sich der Preis inklusive Mehrwertsteuer in etwa in Euro übertragen lässt. Damit wäre die RX 6600 XT 15 Prozent teurer als die RTX 3060, soll aber auch 15 Prozent mehr Performance bieten, zumindest bei der Rasterisierung.

Beim Raytracing dürfte die RX 6600 XT dann das Nachsehen haben und auch der Videospeicher fällt mit acht zu zwölf Gigabyte ein gutes Stück kleiner aus. Schlussendlich muss sich die Karte aber erst einmal in unserem Test beweisen und die tatsächlichen Straßenpreise bekannt sein, ehe wir eine finale Einordnung geben können. Der offizielle Marktstart erfolgt in knapp zwei Wochen am 11. August.

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