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Für Corona: Echtzeitansicht für Intensivbetten kommt

07.04.2020 | 15:22 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Bald soll eine Online-Plattform in Echtzeit anzeigen, wie viele freie Intensivbetten verfügbar sind.

Das Überleben von schwer an Covid 19 erkrankten Patienten steht und fällt mit der Verfügbarkeit von freien Plätzen auf Intensivstationen mit Beatmungsgeräten. Das Robert-Koch-Institut hat hierfür einen Echtzeit-Überblick für Intensivbetten entwickelt. Das berichtet die FAZ online.

Die neue Plattform ist seit 4. April 2020 live geschaltet. Ein Schritt fehlt derzeit aber noch: Das Bundesgesundheitsministerium muss per Eilverordnung alle Krankenhäuser zur Mitarbeit verpflichten. Dann soll man immer in Echtzeit sehen, in welchen Krankenhäusern wie viele Intensivbetten und Beatmungsgeräte verfügbar sind. Denn nur wenn alle Krankenhäuser mitmachen, sind die Zahlen aussagekräftig und ermöglichen eine Einschätzung dazu, ob unser Gesundheitssystem die Coronakrise bewältigen kann. Oder ob es auch bei uns zu ähnlichen Zuständen wie in Norditalien kommen könnte. Diese Eilverordnung soll bis Ende dieser Woche erfolgen.

Das Robert-Koch-Institut arbeitet hierzu mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und den Softwareunternehmen SAS und Prodyna zusammen. Dabei wurde das bereits vorhandene Divi-Intensivregister so ausgebaut, dass es in Echtzeit einen genauen Überblick über belegte und freie Betten ermöglicht.

Bisher kann die Zahl der verfügbaren Intensivbetten nur geschätzt werden, weil ein solches Echtzeitzentralregister fehlt. Im Jahr 2017 waren 28.000 Intensivbetten geplant, wie die FAZ ergänzt. Diese Zahl umfasst alle damals geplanten Intensivbetten, die aber nicht zwangsläufig auch tatsächlich verfügbar sein müssen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schätzt dagegen, dass es derzeit in Deutschland 40.000 Intensivbetten gibt, von denen bis zu 20.000 frei seien. Ob diese Schätzung aber zutrifft, ist völlig offen.

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