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Forschung: Sensor erkennt verdorbenes Fleisch

06.06.2019 | 17:20 Uhr | Denise Bergert

Forscher der Imperial College London haben einen Sensor entwickelt, der erkennen kann, ob Fleisch und Fisch noch genießbar sind.

Der Wissenschafler Firat Güder und seine Forscher-Kollegen vom Imperial College London haben einen preiswerten Sensor entwickelt , mit dem Nutzer ablesen können, ob Fleisch oder Fisch verdorben sind oder noch gegessen werden können. Damit will das Team gegen die weltweite Lebensmittelverschwendung vorgehen. Jedes Jahr wird etwa ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel weggeworfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Laut aktuellen Statistiken ist etwa die Hälfte dieser Lebensmittel zum Zeitpunkt, an dem sie in den Mülleimer wandern, noch genießbar.

Der Sensor der Londoner Forscher besteht aus einem Stück Papier auf das Kohlenstoffelektroden aufgetragen werden. Laut Güder ist Papier immer nass, obwohl es sich auf den ersten Blick bei Berührung trocken anfühlt. Diese Tatsache sowie die Leitfähigkeit dieser Wasseranteile im Papier bilden die Grundlage des Lebensmittelsensors. Je nachdem, mit welchen Stoffen das Papier in Berührung kommt, verändert sich die Leitfähigkeit. Wenn Fisch oder Fleisch verderben, entstehen beispielsweise die Gase Ammoniak und Trimethylamin. Wird der Sensor also auf verdorbenes Fleisch gehalten, können Nutzer aufgrund der schlechteren Leitfähigkeit, die durch die beiden Gase verursacht wird, ablesen, dass das getestete Lebensmittel nicht mehr genießbar ist.

Für ein einfach zu deutendes Testergebnis soll eine zugehörige App sorgen, die per integriertem NFC-Chip mit dem Papiersensor kommuniziert. Haben sich Gase in Fleisch oder Fisch gebildet, verweigert die App das Ergebnis. Ist das Lebensmittel frei von Fäulnisgasen, zeigt die App auf dem Handy-Display, dass das Testobjekt noch gegessen werden kann. Der Sensor kostet in der Produktion nur zwei Cent und ist biologisch abbaubar. Er ist laut den Forschern kommerziell herstellbar und könnte innerhalb der nächsten drei Jahre von Supermärkten und Lebensmittelherstellern als Ersatz für das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum eingeführt werden.

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