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Forscher speichern Strom in Backsteinen - Wände werden zu Akkus

12.08.2020 | 13:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Forschern ist es gelungen Strom in Backsteinen zu speichern. Hauswände könnten so zu Akkus werden.

Ziegel- beziehungsweise Backsteine sind ein weit verbreitetes und günstiges Baumaterial für Häuser. Angesichts ihrer guten Verfügbarkeit und des niedrigen Preises wären die Backsteine der perfekte Stromspeicher. Forschern der Washington University in St. Louis ist es nun tatsächlich in Experimenten gelungen Strom in Backsteinen zu speichern.

Die für das Experiment verwendeten Backsteine stammten aus dem Baumarkt. Die Forscher brachten auf den Backsteinen einen speziellen aus Nanofasern bestehenden und elektrisch leitfähigen Kunststoff (polymer Poly-3,4-ethylendioxythiophen; PEDOT) auf, der sogar in die Backsteine eindringt. Die Wissenschaftler tränkten die Ziegel hierzu in eine Flüssigkeit, die PEDOT enthielt. In den Ziegel befindet sich Eisenoxid, dass dann dafür sorgte, dass sich die Flüssigkeit mit dem PEDOT fest mit den Ziegeln verband. Diese Polymerschicht bleibt nun in den Backsteinen und kann Strom speichern und leiten. Die Hauswände würden so zu Akkus werden.

Der nächste Schritt bestünde nun darin die Backsteine mit Solarzellen zu verbinden. Somit könnten die Steine also regenerativen Strom speichern. Laut den Wissenschaftlern sollen 50 derartige Backsteine zum Beispiel ausreichen um für fünf Stunden eine Notbeleuchtung zu betreiben. Das Experiment funktioniert bis jetzt aber nur im kleinen Maßstab: Ein derartiger Stein versorgte eine kleine grüne LED mit Strom. Siehe das Bild zu dieser Meldung.

Sie können die englischsprachige Studie hier bei Nature nachlesen. Spiegel Online bringt eine Zusammenfassung davon.

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