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Fitbit-Übernahme durch Google: EU nimmt Deal unter die Lupe

06.07.2020 | 10:21 Uhr | René Resch

Durch die Fitbit-Übernahme bekäme Google Zugriff auf massig Gesundheitsdaten. Daten- und Verbraucherschützer schlagen Alarm.

Mit der Fitbit-Übernahme geht es Google wohl mehr um Daten als um die Fitness-Wearables des Übernahmekandidaten, dass berichteten wir schon im November 2019. Daten- und Verbraucherschützer wollen die Übernahme am liebsten stoppen und auch die EU-Regulierungsbehörden nimmt den Deal nun genau unter die Lupe, berichtet The Verge.

Verbraucherschützer schließen sich zusammen

Verschiedene internationale Interessengruppen, wie etwa die US-Verbraucherschutzorganisation "Public Citizen", die europäische Organisation für digitale Rechte "Access Now", das "Open Society European Policy Institute", die Internationale Organisation "Privacy International" und weitere haben dazu eine gemeinsame Erklärung verfasst. Sie befürchten eine Wettbewerbsverzerrung und unzureichenden Datenschutz.

Google behauptet, dass es bei der Übernahme nicht primär um Daten gehe. Das sehen die Verbraucherschützer jedoch anders: „Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass die Regulierungsbehörden sehr vorsichtig mit Versprechungen sein müssen, die von fusionierenden Parteien gemacht werden […] Die Behörden müssen davon ausgehen, dass Google in der Praxis den derzeit unabhängigen, einzigartigen und hochsensiblen Datensatz von Fitbit in Kombination mit seinem eigenen Datensatz nutzen wird um die eigenen Gewinne zu steigern.“

Regulierungsbehörden nehmen den Deal unter die Lupe

Bezüglich der Übernahme haben die EU-Regulierungsbehörden noch eine Frist bis zum 20. Juli 2020 – erst dann folgen nächste Entscheidungen. In der Zwischenzeit fühlen die Regulierungsbehörden jedoch beiden Parteien auf den Zahn. So haben die EU-Regulierungsbehörden jeweils 60-seitige Fragebögen an Konkurrenten von Google und Fitbit verschickt, in denen Sie gebeten werden, zu bewerten, wie sich eine Übernahme auf den digitalen Gesundheitsbereich auswirke, ob andere Fitnessanwendungen in Googles Play Store Nachteile erfahren würden und wie Google die Daten zur Erstellung von Nutzerprofilen für das eigene Such- und Anzeigengeschäft nutzen könnte.

EU-Regulierungsbehörden geben ihre nächsten Entscheidungen zum Deal also gegen Ende Juli. Auch die australische Wettbewerbsbehörde hat sich kritisch zum Übernahme-Deal geäußert – diese möchte im August entscheiden. In den USA läuft derweil zudem ein kartellrechtliches Verfahren gegen Google, dass US-Justizministerium steht dabei kurz vor dem Ende seiner Untersuchung gegen das Unternehmen wegen angeblichen Missbrauchs seiner Werbedominanz.

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