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Falscher Stau: Berliner täuscht Google Maps mit 99 Handys

04.02.2020 | 13:17 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Coole Aktion: Ein Berliner Künstler hat Google Maps mit 99 Android-Smartphones genarrt. Denn Google Maps zeigte vermutlich einen nicht vorhandenen Stau an.

Der Berliner Künstler Simon Weckert hat Google Maps (vermutlich) mit einem Handkarren und 99 Android-Smartphones ausgetrickst. Denn Weckert legte die 99 Android-Handys mit aktiviertem GPS auf besagten Karren und zog diesen hinter sich auf einigen Straßen in Berlin her und blieb auch ab und zu mal stehen. Damit simulierte er für Google Maps sozusagen einen Stau. Den Google Maps dann (vermutlich) auch prompt fortlaufend aktualisiert in der App rot markiert anzeigte. Obwohl die Straßen, auf denen Weckert unterwegs war, weitgehend staufrei waren und die Autos zügig passieren konnten.

Weckert erzeugte also einen „virtuellen Stau“, wie er es selbst nennt. Das interessante Projekt trägt den Namen Google Maps Hacks, Sie können die coole Aktion hier auf Youtube in einem kurzen Videoclip nachverfolgen. Bis Redaktionsschluss wurde dieses interessante Video fast 1,7 Millionen Mal aufgerufen. Wann genau diese Aktion stattfand, verrät der Künstler aber nicht.

Ob die roten Einfärbungen auf Google Maps immer und ausschließlich aufgrund von Weckerts Aktion entstanden sind, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen. Zumindest im Video von Weckert ist aber zu sehen, wie er ziemlich allein auf wenig befahrenen Straßen unterwegs ist, für die Google Maps aufgrund der tatsächlichen Verkehrslage eigentlich keine Staus anzeigen sollte. Spiegel Online berichtet, dass Google noch prüfe, ob 99 Androiden in einem Handkarren einen solchen Effekt haben können. Unter dem Tweet von Weckert zu Google Maps Hacks diskutieren Nutzer darüber, ob sich Google dadurch tatsächlich narren lässt.

Weckert „feierte“ mit dieser Aktion sozusagen den 15. Geburtstag der beliebten und ausgesprochen leistungsfähigen Navigations-App   - Google startete Google Maps am 8. Februar 2005. Zugleich zeigte er damit aber auch, wie man Google Maps austricksen und dazu bringen kann, einen nicht vorhandenen Stau anzuzeigen. Das wiederum könnte Autofahrer veranlassen eine andere Route als eigentlich geplant zu fahren. Denn Google Maps berechnet die vorgeschlagene Route ja anhand seiner Verkehrslageinformationen, die in der Regel beeindruckend genau sind.

Das Video dokumentiert die Aktion.
Vergrößern Das Video dokumentiert die Aktion.
© youtube.com/watch?v=k5eL_al_m7Q/Simon Weckert

Die Daten für die Echtzeitverkehrsinformationen bekommt Google Maps fortlaufend von allen Androidgeräten mit aktiviertem GPS - das dürfte in der Regel eingeschaltet sein. Aber auch iPhones, auf denen Google Maps läuft, steuern ihre Daten zur Verkehrslageeinschätzung von Google Maps bei.

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