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Fake-Shop missbraucht Namen seriöser Firma

04.12.2020 | 08:38 Uhr | Frank Ziemann

Auch und gerade in der Vorweihnachtszeit versuchen Betrüger, Schnäppchenjäger mit Fake-Shops in die Falle zu Locken. Dazu missbrauchen sie auch ungeniert Namen existierender Unternehmen. Ein Beispiel.

In dieser Woche erreichte uns der Hilferuf eines mittelständischen Unternehmens aus Nordrhein-Westfalen. Bei der Meier Group in Borken rufen seit Ende November täglich Menschen an, die offenbar Online-Kriminellen aufgesessen sind. Sie haben im Online-Shop meier-technik.com Haushaltsgeräte bestellt und Vorkasse geleistet. Doch es kommt keine Ware.

Was ist da los? Offenkundig haben Betrüger die Domain bereits im August dieses Jahres über einen Anonymisierungsdienst in Kalifornien registriert. Dann haben sie einen Online-Shop eröffnet und mit zusammenkopierten Inhalten befüllt. Dort bieten sie vorgeblich Waschmaschinen, Kühlschränken und dergleichen an – und das nicht einmal zu Schnäppchenpreisen, wie ein Preisvergleich zeigt. Wer bestellt, muss per Vorkasse zahlen, andere sonst übliche Zahlungsmöglichkeiten werden nicht angeboten. Der Fake-Shop wirbt zudem mit einer missbräuchlich verwendeten Auszeichnung als „bester Online-Shop“.

Fake-Shop wirbt mit vorgeblicher Auszeichnung
Vergrößern Fake-Shop wirbt mit vorgeblicher Auszeichnung

Das Impressum weist die Aloys Meier GmbH & Co. KG aus Borken als Shop-Betreiber aus. Dieses Unternehmen existiert tatsächlich, hat jedoch nichts mit dem Online-Shop zu tun. Es gehört zur Meier Group, die weder einen Online-Shop hat noch überhaupt Handel mit Privatkunden treibt. Vielmehr ist das Unternehmen im Elektromaschinenbau tätig und beliefert andere Unternehmen. Die Meier Group hat inzwischen auf ihrer Website einen Warnhinweis vorgeschaltet, um geprellte Kunden des Fake-Shops zu informieren. Außerdem hat die Firma Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Warnhinweis der Meier Group
Vergrößern Warnhinweis der Meier Group

In den AGB des Fake-Shops wird eine ganz andere Person als Verkäufer genannt. Den AGB-Text haben die Betrüger offenbar von der Website eines Online-Shops für gebrauchte Spielekonsolen und Videospiele kopiert – inklusive des Namens seines Betreibers. Der wohnt in Oberfranken und dürfte mit dem Fake-Shop ähnlich wenig zu tun haben wie die westfälischen Anlagenbauer.

So schützen Sie sich vor Abzocke mit Black-Friday-Angeboten

Den geprellten Kunden des Fake-Shops bleibt nur eine Strafanzeige bei der Polizei. Das ist immerhin auch online möglich. Alle Bundesländer außer Thüringen haben inzwischen eine Internetwache , wo Sie Straftaten anzeigen können. Das bringt zwar weder das Geld zurück noch die bestellte Ware ins Haus, hilft jedoch die Täter einzukreisen und andere Menschen davor zu bewahren, auf diese Betrüger hereinzufallen. Noch ist der Fake-Shop online – und viele weitere ebenfalls. Seien Sie also wachsam und überprüfen Sie Shops, bei denen Sie vorher noch nie etwas bestellt haben, besonders sorgfältig.

Polizei: So erkennen Sie betrügerische Fakeshops



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