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Facebook verbietet künftig rassistische Hassgruppen

28.03.2019 | 11:07 Uhr | René Resch

Facebook gerät weiter unter Druck und zieht Konsequenzen - in Zukunft ist für Gruppen weißer Nationalisten und Separatisten kein Platz mehr auf der Plattform.

Weißer Nationalismus und Rassismus sind auf dem Social-Media-Portal Facebook ein ernstes Problem. Das Unternehmen will schon ab nächster Woche entschiedener gegen Gruppen weißer Nationalisten und Separatisten vorgehen, die die Plattform dazu nutzen, Propaganda zu verbreiten oder Veranstaltungen planen. In Zukunft möchte der Konzern es verbieten, weißen Nationalismus und Separatismus zu verherrlichen oder zu vertreten, teilte Facebook am Mittwoch mit.

Ausschlaggebend für die Verschärfung der Richtlinien war hierbei der Terroranschlag in Christchurch/Neuseeland. Hier hatte der Attentäter seine grausame Tat live auf Facebook übertragen und ebenfalls sein rassistisches Manifest online weiterverbreitet. Der Original-Livestream wurde laut Facebook rund 4000 Mal angesehen, bevor er gelöscht wurde. In den 24 Stunden nach dem Anschlag hat der Konzern etwa 1,5 Millionen Kopien davon entfernt , davon konnten mehr als 1,2 Millionen Clips direkt beim Hochladen entfernt werden.

Weiterführend: Neue Details zum Terror-Video von Christchurch

Seit dem Attentat in Neuseeland stehen Facebook und andere soziale Plattformen unter Druck. Menschenrechtsorganisationen fordern, rechtsextremes Gedankengut von den Plattformen zu entfernen. Der Täter aus Neuseeland hatte sich nach eigenen Angaben im Netz radikalisiert.

Facebook hat bisher nur Rhetorik der „weißen Vorherrschaft“ verboten, weißen Nationalismus oder Separatismus jedoch nicht. Das Unternehmen schrieb dazu in einer Mitteilung: „Aber über die vergangenen drei Monate haben Gespräche mit der Zivilgesellschaft und Experten bestätigt, dass weißer Nationalismus und Separatismus nicht klar von weißer Vorherrschaft und organisierten Hassgruppen abgegrenzt werden kann“.

Facebook leitet Nutzer an Ex-Rechtsextremisten weiter

Auf Facebook und Instagram werden demnächst Inhalte, die explizites Lob, eine Unterstützung oder Darstellung von weißem Nationalismus oder Separatismus beinhalten, künftig verbannt. Nutzer, die solche Aussagen posten oder nach entsprechenden Inhalten suchen, wird in Zukunft ein Pop-up-Fenster angezeigt, das auf die Plattform „Life after Hate“ weiterleitet, eine Organisation gegen Rechtsextremismus, die von ehemaligen Rechtsextremisten gegründet wurde.

Bürgerrechtsorganisationen kritisieren, dass Facebook so träge reagiert – sie wünschen sich sogar ein härteres Vorgehen: „Es war harte Arbeit, Facebook dorthin zu bringen, wo sie jetzt sind. Aber harte Arbeit liegt noch vor uns. Wir werden genau beobachten, wie sie die Richtlinien implementieren.“ sagte Kristen Clarke von der US-Organisation Lawyers' Committee for Civil Rights Under Law gegenüber CNN.

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