2521705

Facebook unter Druck: Disney verhängt Werbe-Boykott

20.07.2020 | 10:59 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Auch Disney schließt sich dem Boykott von Facebook an und schränkt seine Werbeausgaben massiv ein.

Der Druck auf Facebook wächst weiter: Wie das Wall Street Journal berichtet , schließt sich auch Disney dem Boykott von Facebook an und senkt massiv seine Ausgaben für Werbung bei Facebook. Damit verliere Facebook den wichtigsten Werbepartner und Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe, wie es heißt. Die Information habe man von einem Insider erhalten.

Seit einigen Wochen wenden sich immer mehr Anzeigepartner von Facebook ab, nachdem US-Bürgerrechtsorganisationen am 7. Juli dazu aufgerufen hatten. Der Vorwurf lautet, dass Facebook nicht genug Anstrengungen unternehme, um Hassreden und die Verbreitung von Fehlinformationen über das soziale Netzwerk zu stoppen. Facebook verdiene viele Milliarden mit Werbung, investiere aber nur einen vergleichsweise geringen Bruchteil des Gewinns zur Kontrolle der Einhaltung der Regeln, die für Inhalte gelten, die über das soziale Netzwerk verbreitet werden. Insgesamt verdient Facebook um die 70 Milliarden US-Dollar (etwa 61 Milliarden Euro) pro Jahr über die rund 8 Millionen Werbepartner.

Dem Werbeboykott hatten sich zuvor bereits Unternehmen wie Unilever, Starbucks und Ford angeschlossen. Laut dem Zeitungsbericht hatte Disney allein in der ersten Jahreshälfte rund 210 Millionen US-Dollar für Werbung bei Facebook allein für Disney+ ausgegeben und war der wichtigste Werbekunde von Facebook. Im vergangenen Jahr sei Disney nach Home Depot der wichtigste Facebook-Werbepartner gewesen.

Der Disney-Boykott gelte außerdem auch für Instagram, welches ebenfalls zu Facebook gehört und auch alle zu Disney gehörenden Unternehmen und Dienste, wie Hulu, überprüfen eine Senkung der Werbegelder.

Unklar ist allerdings, wie stark Disney seine Werbeausgaben für Facebook-Anzeigen einschränkt. Gegenüber der Zeitung wollte sich Disney hierzu nicht äußern. Ein Facebook-Sprecher wollte sich zu der Lage ebenfalls nicht äußern und verwies lediglich darauf, dass man bei Facebook wisse, dass mehr getan werden müsse, um die von den Bürgerrechtsorganisationen kritisierten Umstände zu beseitigen, wozu man bereits mehr Werkzeuge und Technologien entwickle und auch an Änderungen an den Nutzungsregeln arbeite.

VW und SAP boykottieren Facebook: Werbestopp

PC-WELT Marktplatz

2521705