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Facebook startet Fake-News-Check in Deutschland

16.01.2017 | 09:55 Uhr |

Fake-News sollen auf Facebook mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden. Die Überprüfung übernimmt das deutsche Recherchezentrum Correctiv.

Facebook beauftragt das Non-Profit-Recherchezentrum Correctiv damit, Nachrichten auf Facebook auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen und gegebenenfalls als Fake-News zu kennzeichnen. Das berichtet die Financial Times (Artikel hinter einer Paywall).

Correctiv soll konkret solche Nachrichten überprüfen, die Facebook-Nutzer als Falschmeldung gemeldet haben und die sich stark verbreiten. Kommt das Team von Correctiv zu dem Schluss, dass es sich bei der gemeldeten News tatsächlich um eine Fake-News handelt, so kennzeichnet Facebook die News mit dem Hinweis, dass sie von unabhängiger Seite angezweifelt werde. Zudem werde ein Link zu einem Text hinzugefügt, der die Fakten zu der Fake-News zeigen soll. Löschen wird Facebook die Fake-News aber nicht. Außerdem erscheint ein Warnhinweis, wenn jemand die angezweifelte News auf Facebook teilen will. Vielleicht reduziert Facebook auch die Sichtbarkeit solcher News, wie Spiegel Online schreibt.

Die Zusammenarbeit soll in den nächsten Wochen beginnen. In den USA hat Facebook einen ähnlichen Faktencheck bereits eingerichtet. Den Faktencheck will Facebook auf weitere Länder ausweiten.

Facebook soll für diese Arbeit nichts bezahlen, zumindest nicht während der Erprobungsphase, die bald anläuft. Correctiv profitiert aber davon, weil es dadurch deutlich bekannter werden könnte. Facebook will zudem weitere Medien für seinen Fake-News-Check gewinnen.

Das im Jahr 2014 gegründete Recherchezentrum Correctiv finanziert sich durch eine Stiftung, durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Es definiert sich selbst als „das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum.“ Weil Verlage aufgrund von Umsatz- und Gewinnrückgängen Zeitungen einstellen oder Etats kürzen und damit investigativer Journalismus immer schwieriger werde, will correctiv „aufklärenden Journalismus für jeden Verlag, für jeden Sender in Deutschland erschwinglich und zugänglich machen.“

Auch die Polizei geht gegen Falschmeldungen auf Facebook vor. So ermittelt die bayerische Polizei gegen eine Frau, die eine Fake-News zu einer erfundenen Vergewaltigung durch einen Asylbewerber auf Facebook verbreitet hat.




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