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Generalstaatsanwalt untersucht Facebooks illegales Sammeln von Mailadressen

29.04.2019 | 10:07 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die General-Staatsanwältin von New York untersucht jetzt Facebooks nicht authorisiertes Hochladen von Mailkontakten.

Update 29.4.2019: Die General-Staatsanwältin von New York untersucht jetzt Facebooks nicht authorisiertes Hochladen von Mailkontakten von rund 1,5 Millionen Facebook-Nutzern. Das berichtet die New York Times Generalstaatsanwältin Letitia James: „Es sei Zeit Facebook dafür zur Verantwortung zu ziehen, wie es mit den persönlichen Informationen der Verbraucher umgehe“. Die Generalstaatsanwältin twitterte weiter: „Facebook habe wiederholt mangelnden Respekt gegenüber den Daten der Nutzer gezeigt und gleichzeitig vom Sammeln dieser Daten profitiert“. Update Ende

Facebook hat laut einem Bericht von Business Insider die Mailkontakte von rund 1,5 Millionen Facebook-Nutzer ohne deren Wissen und ohne deren Zustimmung auf seine Server hochgeladen und gesammelt. Das sei unbeabsichtigt passiert, Facebook wollte die Adressen laut eigener Aussage überhaupt nicht sammeln. Mark Zuckerbergs Firma fange nun damit an, die Mailadressen wieder zu löschen.

Betroffen sind laut Facebook 1,5 Millionen neue Facebook-Nutzer, die seit Mai 2016 dem sozialen Netzwerk beigetreten sind. Facebooks illegales Sammeln von Mailadressen war durch einen Sicherheits-Forscher entdeckt worden. Er hatte bemerkt, dass Facebook einige Nutzer beim Anlegen eines neuen Facebook-Kontos dazu aufgefordert hatte ihr Mail-Passwort einzugeben, um ihre Identität zu bestätigen.

Business Insider stellte danach fest, dass Facebook neue Nutzer nach Eingabe von deren Mail-Passwort mit einem Pop-up-Fenster darauf hinwies, dass es wichtig sei, deren Mailkontakte zu importieren. Das erfolgte dann prompt, ohne dass Facebook auf die Zustimmung der neuen Nutzer wartete und ohne dass diese das Hochladen ihrer Mailkontakte verhindern konnten.

Ein Facebook-Sprecher hat dieses ungerechtfertigte Vorgehen gegenüber Business Insider bestätigt. Die derart zwangsweise gesammelten Mailadressen seien unter anderem dafür benutzt worden, passende Kontaktvorschläge für die Nutzer zu erstellen. Ob die Mailadressen auch für Werbezwecke verwendet wurden, konnte oder wollte Facebook nicht sagen.

Facebook sagt, dass es vor Mai 2016 die Möglichkeit zum Bestätigen der Identität eines neuen Nutzers über dessen Mailadresse als Option angeboten habe. Damit sei das freiwillige Hochladen der Mailkontakte verbunden gewesen. Facebook habe diese Funktion dann aber geändert und der Text mit dem Hinweis, dass die Kontakte hochgeladen werden, wurde entfernt. Doch die darunterliegende Upload-Funktion „vergaß“ Facebook ebenfalls zu entfernen. Ein Facebook-Sprecher betonte, dass Facebook keinen Zugriff auf die Mailinhalte gehabt habe.

Facebook wolle nun die betroffenen 1,5 Millionen Facebook-Nutzer informieren und deren gesammelte Mailkontaktdaten wieder löschen. Facebook habe im März 2019 die Möglichkeit entfernt, die Identität eines neuen Nutzers per Mail zu bestätigen.

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