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Facebook macht Fortschritte mit Gedanken-Lese-Interface

02.08.2019 | 15:30 Uhr | Denise Bergert

Internet-Gigant Facebook meldet bei der Entwicklung seines Brain-Computer-Interface (BCI) einen Durchbruch.

Im Rahmen der F8 2017 Konferenz kündigte Facebook die Entwicklung eines Brain-Computer-Interface-Programms (BCI) an. Mit Hilfe des Systems soll eine Software die Hirnströme des Nutzers auslesen, entschlüsseln und schließlich in Text umwandeln. Während es in den vergangenen zwei Jahren still um das Projekt war, meldet Facebook in dieser Woche einen ersten Durchbruch .

Den Facebook Labs ist es gelungen, über das BCI einzelne Wörter und Wortgruppen zu dekodieren. Der Wortschatz des BCI-Algorithmus ist aktuell zwar noch auf wenige Wörter beschränkt, Facebook arbeitet jedoch eigenen Aussagen zufolge daran, ein umfangreiches Vokabular zu erstellen und dieses mit geringstmöglichen Fehlerquoten über die Hirnströme des Nutzers auszulesen. Das BCI wird aktuell mit mehreren Menschen getestet, die sich aufgrund ihrer Epilepsie einer Hirnoperation unterziehen. Im zweiten Teil der Studie soll nun über einen Zeitraum von einem Jahr getestet werden, ob und wie Hirnaktivitäten zur Wiederherstellung des Sprechvermögens von beeinträchtigten Patienten beitragen.

Langfristiges Ziel der BCI-Entwickler ist es, dass das System Hirnströme mit einer Geschwindigkeit von 100 Wörtern pro Minute erfassen und dekodieren kann. Die Forscher wollen ein rund 1.000 Wörter umfassendes Vokabular erstellen und dieses mit einer Fehlerquote von unter 17 Prozent auslesen. Bis dieses Ziel erreicht ist, werden laut Facebook jedoch noch einige Jahre vergehen. Das Projekt steckt aktuell noch in den Kinderschuhen. Die Steuerung von Virtual-Reality- oder Augmented-Reality-Brillen per Gedanken bleibt also auch weiterhin noch Zukunftsmusik.

Brain-Computer-Interface statt Maus & Tastatur

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