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Facebook entfernt 1,5 Millionen Videos vom Moschee-Anschlag

18.03.2019 | 09:14 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Facebook hat in den ersten 24 Stunden etwa 1,5 Millionen Videos vom Moschee-Anschlag in Neuseeland geblockt.

Innerhalb der ersten 24 Stunden hat Facebook laut eigenen Angaben weltweit in über 1,5 Millionen Fällen die Verbreitung von Videos geblockt, in denen Bilder des Anschlags auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland zu sehen sind. Das teilt Facebook in einem Tweet mit. Bei etwa 1,2 Millionen Fällen sei die Blockade bereits beim Upload der Videos erfolgt. Aus Respekt vor den Angehörigen des Anschlags habe man auch alle "editierten Versionen" der Videos blockiert, in denen die Opfer nicht zu sehen seien.

Bei dem Anschlag auf die Moscheen wurden mindestens 50 Personen erschossen und viele weitere Menschen verletzt. Der Attentäter hatte seine Tat live per GoPro im Internet gestreamt. Das rund 17 Minuten lange Video wurde nach einiger Zeit von Facebook gelöscht und das Konto des Attentäters gelöscht. Das Video verbreitete sich dann aber dennoch, weil es von vielen anderen Nutzern immer wieder neu hochgeladen wurde.

Erneut müssen sich Facebook, Youtube und Co. den Vorwurf gefallen lassen, auf entsprechende Fälle nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Kritiker werfen den Plattformen vor, nicht genügend Maßnahmen zu ergreifen, um die Übertragung von Live-Videos zu verhindern, in denen Gewalttaten oder Selbstmorde zu sehen sind. Die Kritiker sehen die Plattformanbieter in der Pflicht, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, die die Verbreitung dieser Videos möglichst schnell unterbinden, anstatt mit diesen Inhalten auch noch Geld zu verdienen. Auch im jüngsten Fall konnte der Attentäter etwa 17 Minuten seine Tat live im Internet streamen.

Hauptargument der Kritiker: Facebook könnte einen Teil seines Gewinns in Höhe von über 22 Milliarden US-Dollar allein im Jahr 2018 dafür verwenden, eine brauchbare Lösung für die Sicherung der Live-Streams zu schaffen. Etwa indem grundsätzlich eine kleine Verzögerung in Live-Streams eingeführt wird und Software und Menschen überprüfen, ob in einem Video Gewalttaten zu sehen sind, um dann die Verbreitung möglichst schnell stoppen.

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